
Technikfeuerwerk im Škoda Superb: Gleich vier neue Infotainmentsysteme stellt der Hersteller bereit. Man muss sie nur bedienen können.
Es ist kompliziert. Gleich vier neue Infotainmentsysteme stellt Škoda für seinen großen Superb bereit. Wir haben das üppige Angebot erforscht. Es beginnt mit Swing, einer Musikanlage mit SD-Karten-Unterstützung, die zur Serienausstattung der günstigeren Modellvarianten gehört und für einen Aufpreis von 130 Euro mit Bluetooth-Freisprecher erweiterbar ist. Mit einem größeren Monitor spielt Bolero auf: Hier sind nun 20 Zentimeter in der Diagonale geboten, Bluetooth und eine Sprachbedienung gehören dazu, ferner auch die Phonebox vor dem Schalthebel, die das Mobilfunksignal zur Außenantenne lenken und damit verstärken soll. Bolero kostet 740 bis 1050 Euro in den kleinen Modellvarianten, aber ein Navi ist noch nicht dabei.
Jedoch kann man sich mit dem integrierten Smartlink trotzdem navigieren lassen. Die Stichworte lauten Android Auto und Apple Carplay, wir hatten schon mehrfach berichtet. Nach Anschluss eines Smartphones mit Android oder eines iPhones mit dem passenden USB-Kabel lassen sich die beiden Kommunikationssysteme von Google und Apple nutzen. Als weitere Auswahl steht Mirrorlink bereit, es funktioniert jedoch nur mit wenigen Geräten und ist nicht der Rede wert.
Wir nahmen die beiden erstgenannten. Beide Systeme werden mit dem Finger auf dem berührungsempfindlichen Display und Sprachkommandos bedient. Sie sind auf das Wesentliche reduziert, sollen den Fahrer möglichst wenig ablenken und bieten neben der hauseigenen Routenführung den Zugriff auf die Telefonie, das ebenfalls hauseigene Musikangebot, SMS-Nachrichten und wenige ausgewählte Apps.
Googles tendenziell kränkelndes Android Auto, das im Praxiseinsatz der Redaktion oft Probleme bereitete, erledigte diesmal seine Arbeit gut und spielte von Anfang an bestens mit dem Huawei-Androiden P9 Plus zusammen. Geht doch. Dass Apples Carplay sofort und stets reibungslos lief, überraschte uns wiederum nach den bisherigen Erfahrungen nicht. Aber die Auto-Lösungen der beiden Internetgiganten sind nicht besonders leistungsfähig und ersetzen, zumindest für den Vielfahrer, kein großes Bordsystem. Wer lange Strecken plant, viel Übersicht auf dem Display benötigt, alternative Routen prüfen will und vor allem mehr Details mit einem Blick erfassen will, sollte für seinen neuen Superb die beiden Premiumanlagen Amundsen oder Columbus in den Blick nehmen.
Beide bringen eine Routenführung auf hohem Niveau mit. Columbus, zu Preisen zwischen 1800 und 2600 Euro die teurere Lösung, hat zusätzlich eine dreidimensionale Kartendarstellung, ein DVD-Laufwerk und einen W-Lan-Hotspot. Ferner kann man einen Fernsehtuner und ein LTE-Mobilfunkmodem nachrüsten. Trickreich und erstmals in einem Fahrzeug gesehen ist die Media-Command-App, die Teile des Bildschirminhalts des Bordsystems auf ein Smartphone oder einen Tablet PC spiegelt. So können sich alle Passagiere an Bord um die Programmierung des Navigationssystems oder das Unterhaltungsangebot kümmern.
Smartgate wiederum, die zweite App-Innnovation von Škoda, dient als Anlaufstelle für etliche Programme, die jeweils individuell auf beiden mobilen Betriebssystem-Plattformen installierbar sind. Da gibt es die Performance-App,
um sich Fahrzeugdaten wie Kraftstoffverbrauch oder Servicehinweise auf das Mobilgerät zu laden. Mit der Škoda Drive App sieht man die gefahrene Strecke auf einer Karte, im Drive Portal lässt sich eine Fahrtenliste speichern. Die G-Meter App zeigt Daten rund um die Beschleunigung, Geschwindigkeit, Motordrehzahl sowie zum Brems- und Schaltverhalten. Schließlich lässt sich mit der Motor-Sound-App der Klang des Fahrzeugs über entsprechende Einstellungen der HiFi-Anlage justieren.
Die Einrichtung kann den Benutzer den letzten Nerv kosten. Denn Media Command nutzt ein W-Lan, welches das Smartphone mit Tethering aufbaut, das Mobilgerät ist also der Chef. Bei Smartgate ist es genau andersherum, das Fahrzeug-W-Lan ist entscheidend.
