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Klare Linien und endlich präzise Stauinformationen

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Auf dem schnellsten Weg: Das behutsam modernisierte PCM 4

Das neue PCM 4 im Porsche 911 hat nun eine Online-Anbindung und setzt auf Apps. Die Elektronik denkt mit – und der Nutzer kann sich freuen.

Platz nehmen im Porsche 911: Wer nicht nur aufs Fahren achtet, sondern die Kommunikationstechnik im Blick hat, entdeckt im frisch uberarbeiteten Sportwagen Bewährtes vorsichtig modernisiert. Das Porsche Communication Management (PCM) mitsamt beruhrungsempfindlichem Monitor bleibt ein Präzisionswerkzeug mit feiner Logik: eigene Tasten fur wichtige Dinge, die man mit einem Handgriff schnell erreicht, kein Controller, kein Overkill an Funktionen, sondern geradlinige Technik fur Männer, die an erster Stelle fahren und nicht spielen wollen.

Der Monitor bleibt zwar klein, er misst nur 18 Zentimeter in der Diagonale, ist aber unter allen Lichtverhältnissen bestens ablesbar. Dazu kommt das bekannte Rundinstrument rechts vom Drehzahlmesser, das unabhängig von der Hauptanzeige weitere Inhalte präsentiert. Mechanische Anmutung und Haptik aller Bedienelemente sind ein Genuss, hinsichtlich der Handhabung wichtiger Dinge bleibt keine Frage offen. Das neue Design und Menusystem wirken wie gehabt mit klaren Linien beruhigend. Die Leitlinie war die Anpassung an die Smartphone-Welt, und dieser Schritt gelang ohne Anbiederung.

Die Elektronik denkt mit

Man entdeckt kleine Finessen erst im Laufe der Zeit, und dann werden sie sofort selbstverständlich, zum Beispiel die aus der Apple-Welt ubernommenen Wisch- und Fingergesten, etwa zum ändern des Kartenzooms. Bei ruhiger Fahrt funktioniert das präzise und gut. Auch das Malen von Buchstaben mit dem Finger auf der Anzeige ist neu und gelingt ebenso wie die Handschrifterkennung im BMW oder Audi. Wer mit dem Finger sein Ziel eingibt, wird zudem von cleveren Algorithmen unterstutzt. Oft reichen ein oder zwei Buchstaben, um eine Adresse aus den letzten Zielen zur Auswahl zu bringen. Man staunt uber die passenden Ergebnisse und freut sich uber das „Mitdenken“ der Elektronik. Dass nun Sensoren die Annäherung von Fingern oder der ganzen Hand an den Monitor erfassen und damit selbsttätig vom ubersichts- in den Bedienmodus umgeschaltet wird, sei ebenfalls erwähnt. Das kennt man schon von Volkswagen. Auch die Spracherkennung hat Porsche verbessert. Mehr Variabilität bei allen Eingaben bedeutet fur den Fahrer, dass er sich nicht mehr sklavisch an ein vorgegebenes Vokabular halten muss.

40551503 Angekommen: Porsche 911 ist jetzt online

Die wichtige Neuerung von PCM 4, das nun zur Serienausstattung im 911er gehort, ist jedoch die Online-Anbindung. Es gibt Apps, etwa zur Fernsteuerung bestimmter Fahrzeug-Funktionen sowie zur Fernabfrage von Fahrzeugdaten wie dem Tankfull- und Kilometerstand. Aber das ist nicht wichtig. Der Vorteil sind die Premium-Verkehrsinformationen, die nun endlich auch dem Porsche-Fahrer bei der Routenwahl helfen. Entweder stattet man den 911er mit einer eigenen Sim-Karte aus, oder man startet auf seinem Smartphone den Hotspot genannten Modus, der ein W-Lan fur die Umgebung aufbaut. Darin bucht sich Porsches PCM ein, und alles ist gut.

Ordentliche Qualität der Staudaten

Im Unterschied zu den Mitbewerbern wird also jedwede Umstandskrämerei vermieden, es gibt keine Fummelei mit Protokollen und Diensten, sondern ein geradliniges System, das schnell und sicher läuft. Ist die Anbindung erfolgt, wird der Verkehrsfluss auf allen wichtigen Straßen in Ampelfarben visualisiert. Die Qualität der Staudaten ist sehr ordentlich. Wer meckern will, mag anmerken, dass die Neuberechnung der Route bisweilen zu zogerlich erfolgt.

Per App lassen sich Adressen vom Smartphone ins Auto ubertragen. Ferner ist, reine Spielerei, die ubernahme von Navigationszielen aus Bildern moglich, sofern diese GPS-Koordinaten hinterlegt haben. Eine Google-Online-Suche ist ebenso neu wie die Kartendarstellung mit Google Earth. Erstmals fährt der Porsche auch mit Apple. Bindet man ein iPhone per USB-Kabel an, funktioniert Apple Carplay reibungslos mit den wenigen Apps, die Cupertino fur den Einsatz im Fahrzeug vorgesehen hat. Das rivalisierende Android Auto wird von Porsche indes nicht unterstutzt. In etlichen Meldungen hieß es, dass Google fur die Integration seines Systems die Sammlung und ubertragung zu vieler Daten verlange, darunter Geschwindigkeit, oltemperatur, Drehzahl und vieles andere mehr. Porsche wolle diese Daten nicht herausrucken, lauteten die unbestätigten Berichte. Demnach wäre der uberarbeitete 911er auch ein Protest gegen die ausufernde Datenschnuffelei im Auto.