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Mercedes-Benz C-Klasse: Der neue Internetprofi

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Das Bord-System in der neuen C-Klasse von Mercedes zeigt: Auch in der Kommunikationstechnik ist die Mittelklasse der Maßstab. Aber das Menüsystem quält sich mit vielen Altlasten.

C vor S: Der „kleine“ Mercedes fährt der S-Klasse ein gutes Stück voraus, wenn es um die Kommunikationstechnik geht. Sie zeigt bei der Internetanbindung und vielen weiteren Details die Zukunft des vernetzten Fahrens, wie sie Mercedes sieht. Aber Apples Carplay, in Genf angekündigt, fehlt. In der Tat rudert man zurück: Auf der Messe im März habe man nur ein „Proof of Concept“ gezeigt, Ziel sei nun eine viel umfassendere Lösung, die nicht nur Carplay, sondern auch das rivalisierende Mirrorlink und andere Smartphone-Anbindungen unterstütze.

Das für die C-Klasse jetzt noch einmal modernisierte Bordsystem ist seinem Bruder in der S-Klasse ein Stück weit überlegen, muss aber natürlich ohne die opulenten Anzeigen der Oberklasse auskommen. In der C-Klasse ist es ein 21-Zentimeter-Display in hoher Auflösung, das fest montiert ist. Wie in der S-Klasse ergänzt das berührungsempfindliche Touchpad, das sich als Handknauf halb über den gewohnten Controller legt und die Funktionalität des Drehstellers ergänzt. Für Medien, Radio und Navigation gibt es eigene Tasten im Armaturenbrett, ein zweites Farbdisplay zwischen Tachometer und Drehzahlmesser ergänzt die Hauptanzeige.

Das Bedienkonzept der neuen C-Klasse ist nicht unbedingt selbsterklärend. Auch wenn das Auto bestens gefällt, die vielen Anleihen an der Oberklasse unübersehbar sind, kommt man um Kritik an Comand Online nicht umhin. Wer es sich einfach machen will, nimmt vor allem für Telefonie und Navigation die Spracherkennung, die mit einer Lenkradtaste gestartet wird. Im Zusammenspiel von Controller und Touchpad ist vieles historisch erklärbar, aber nicht unbedingt logisch. Da gibt es auf dem Bildschirm ein oberes und unteres Menüband, das durch Kippen des Controllers erreichbar ist. Die weiteren Menüs bauen sich dann kreisförmig auf einem virtuellen Bogen auf, und einige Funktionen der Klimaanlage sind ganz ausgegliedert, man ruft sie über eine Taste auf, die nicht „Klima“, sondern „Menü“ heißt.

32277018Comand Online in der Mercedes C-Klasse Bilderstrecke

Die Fläche des Touchpad arbeitet berührungsempfindlich. Wahlweise ruft man damit Befehle auf – oder nutzt die Handschrifterkennung, indem man mit dem Finger einen Buchstaben nach dem anderen auf die Fläche malt. Jedes erkannte Zeichen wird vorgelesen, man muss also den Blick nicht von der Straße nehmen. Aber die Erkennung funktioniert nicht immer, und in den Abteilungen Navigation oder E-Mail ist sie deaktiviert. Die drei Zusatztasten am hinteren Rand der Fläche sind nicht ertastbar, hier muss man doch wieder den Blick nach unten richten. Der Pluspunkt: Erkennt das System die aufliegende und ruhende Hand, wird es deaktiviert, Fehleingaben sind also nahezu ausgeschlossen. Die dritte Zusatztaste mit Sternchen heißt noch immer Favoritentaste. Früher diente sie bei Mercedes-Benz zur Programmierung einer frei wählbaren Aufgabe. Nun zaubert sie ein weiteres Menüsystem auf den Bildschirm, das kachelförmig angeordnet ist. Und dann gibt es übrigens noch ein Audio-Kurzmenü, das von unten her aufploppt, ein weiterer Designbruch.