
Ducati bringt seine Modellpalette auf Vordermann: Nach der Diavel und der Monster 1200 folgt nun die Monster 821. Ganz im Stil der 1200er – und von der Statur her ein sehr erwachsendes Motorrad.
Ducati bringt 2014 sukzessive seine Modellpalette auf Vordermann: Nach der Diavel und der Monster 1200 ist nun auch das Nachfolgemodell der kleinen Monster-Modelle (696 und 796) zu den Händlern gerollt: Die Monster 821 ist ganz im Stil der 1200er gehalten und – anders als die momentan noch erhältlichen Vorgängerinnen 696 und 796 – von der Statur her ein sehr erwachsenes Motorrad.
Ihre 112 PS (82 kW) genügen voll und ganz. Ducatis Monster-Familie, die bedeutendste Baureihe des Herstellers aus Bologna, wurde total umgekrempelt: Es werden nur noch wasser- statt luftgekühlte Motoren verbaut, Elektronik in Form von Traktionskontrolle und ABS wird als „Ducati Safety Pack“ groß herausgestellt.
Mit 205,5 Kilogramm (fahrfertig) ist die Monster 821 zwar 17,5 Kilogramm schwerer als die 796, dennoch aber eine leicht zu handhabende und sehr agile Maschine. Ein leichter Druck am extrem breiten Lenker genügt, und schon ballert die 821 aus der Kurve heraus.
Sehr markantes Geräusch
Apropos ballern: Der schräg abgeschnittene Doppelauspuff klingt wirklich eindrucksvoll. Dank elektronisch gesteuerter Auspuffklappe und Sound-Getüftels produziert die Monster 821 ein sehr markantes Geräusch. Wir sehen das zwiespältig: Was sich auf der Landstraße prima anhört, erscheint in der Stadt auf Dauer nervig- Anwohner dürften nach dem Kaltstart auch nicht beglückt reagieren.
Der 821 Kubik große Zweizylinder ist ein durchzugsstarker Kerl- höchste Drehzahlen sind zwar leicht erreichbar, aber unnötig, weil schon zwischen 4000 und 8000 Umdrehungen enorme Kräfte freiwerden. Die Drei-Scheiben-Bremsanlage, von einem dreistufig einstellbaren ABS unterstützt, sorgt notfalls für brachiale Verzögerung.
Sogar achtstufig einstellbar ist die Traktionskontrolle- den drei Triebwerksmodi ist jeweils ein bestimmter Wert zugeordnet. Die mehr oder weniger direkte Gasannahme funktioniert genauso prima wie das gesamte Fahrzeug. Und 10 690 Euro erscheinen zumindest in Relation zur 2800 Euro teureren 1200er günstig, erhält man doch viel Motorrad dafür. Als schlichtere „Dark“-Version kostet die 821er 200 Euro weniger.
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Alles bestens also? Nicht ganz. Denn auch bei diesem Modell hat Ducati es nicht geschafft, dem rechten Fahrerfuß genügend Freiraum zu gewähren, um mit dem Fußballen auf der Raste fahren zu können. Zwar ist die Sitzposition für engagiertes Fahren passend- wird man aber mal längere Zeit in den Bummel-Modus gezwungen, drückt’s und zwickt’s wegen der deutlichen Vorwärts-Position im Schritt, was insbesondere bei Hitze nicht angenehm ist.
Und trotz Wasserkühlung strahlt der Motor im Stadtverkehr mächtig Hitze ab. Die Wertigkeit mancher Teile lässt vermuten, dass Ducati den Absatz seiner feinen Zubehörteile aus Karbon und Alu ankurbeln möchte. Schade auch, dass das Werk sich die Ganganzeige gespart hat und die Leerlaufsuche im Stand eine oftmals hoffnungslose Sache ist.
Freilich: Alle diese Dinge sind vergessen, wenn man kurvenreiche Straßen unter die Räder nimmt. An das leichte Aufstellmoment beim Bremsen in Kurven gewöhnt man sich, die teils deutliche Reaktion der Pirelli-Reifen auf Fahrbahnunebenheiten gehört halt zur 821. Unterm Strich: monstermäßiger Fahrspaß.
