Auto & Verkehr

Blitzer-Apps weit verbreitet, aber verboten

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Die Polizei gibt zwar selbst bekannt, an welchen Stellen sie Raser per Radarfalle aufspüren möchte. Mobile Hilfsmittel für Fahrer, die vor Blitzern warnen, sind aber illegal.

Wer zu Wochenbeginn in Frankfurt auf der Babenhäuser Landstraße unterwegs war, hat das kleine Gerät am Straßenrand vielleicht gesehen. Blitzer standen außerdem am Hammerskjöldring und an der Textorstraße, „in Höhe des Hallenbades, wenn Sie Richtung Lokalbahnhof fahren“, wie der Radiosender „FFH“ meldete. Auch in Mühlheim-Lämmerspiel, so wusste der Rundfunk ebenfalls zu berichten, wurde geblitzt, und zwar aus einem gelben Auto heraus.

Radarfallen gibt es im Rhein-Main-Gebiet zuhauf. Allein die Frankfurter Polizei blitzt die ganze Woche über, jeden Tag nehmen sich die Beamten eine der größeren Ein- und Ausfallstraßen vor. Dazu kommen die Geschwindigkeitsmessungen der Stadt. Nach Angaben des Straßenverkehrsamts hat allein die Stadt 2013 knapp 3400 Mal geblitzt. An ihren stationären und mobilen Geräten fuhren 1,4 Millionen Fahrzeuge vorbei, 120.000 Fahrer waren mit erhöhter Geschwindigkeit unterwegs.

Bußgeld und Punkte drohen

Fast ebenso verbreitet wie die Blitzanlagen sind inzwischen die Möglichkeiten, die Radarfallen zu umgehen. Beliebt sind Blitzer-Apps, Programme, die auf das Smartphone geladen werden und per Alarmsignal vor Messstationen warnen. Oft sind solche Funktionen in Navigationsgeräten installiert. Doch was viele Autofahrer nicht wissen: Sie sind verboten.

In der Straßenverkehrsordnung heißt es: „Wer ein Fahrzeug führt, darf ein technisches Gerät nicht betreiben oder betriebsbereit mitführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Das gilt insbesondere für Geräte zur Störung oder Anzeige von Geschwindigkeitsmessungen (Radarwarn- oder Laserstörgeräte).“ Die Nutzung einer Blitzer-App oder einer entsprechenden Funktion im Navigationsgerät kann mit bis zu 150 Euro Bußgeld und einem Punkt im Verkehrszentralregister geahndet werden.

Ministerium: Warnen nützt nichts

Was viele Autofahrer irritiert, ist die Tatsache, dass die Rundfunksender damit werben, die „aktuellsten Blitzer“ zu melden – und das offenbar erlaubt ist. Darüber hinaus gibt etwa die Frankfurter Polizei selbst regelmäßig bekannt, an welchen Straßen sie die Geschwindigkeit misst. Nach Angaben eines Sprechers dient das der Verkehrssicherheit. Und auch im Straßenverkehrsamt heißt es, es sei letztlich gleich, ob der Standort bekannt sei, „solange die Autofahrer sich an die Geschwindigkeit halten und das Unfallrisiko minimiert wird“.

Karte / Rhein-Main / Blitzer

Im Bundesverkehrsministerium jedoch sieht man das anders. Notorische Raser würden auch dann nicht von ihrem Fehlverhalten abgebracht, wenn sie vor Geschwindigkeitskontrollen gewarnt würden, so ein Sprecher. „Im Gegenteil: Solange sie sich auf ihren Blitzer-Warner verlassen, müssen sie nicht fürchten, beim Rasen erwischt zu werden.“ Solche Warn-Funktionen brächten keinen Beitrag für mehr Sicherheit auf den Straßen.

Viele Fälle, in denen Autofahrer mit Blitzer-Warnern überführt wurden, gibt es aber nicht – weil es schwer nachzuweisen ist, wie es im Frankfurter Ordnungsamt heißt. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat für das Jahr 2011 alle Fälle herausgefiltert, in denen dies gelang. Es waren 300.

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