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Propellerflugzeuge: Fliegende Legenden

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Für Liebhaber nostalgischen Luftfahrtgeräts klingt der Name „Duxford“ wie eine Verheißung. Bei der Flying Legends Air Show gibt es Propellerflugzeuge zu sehen, die alt, laut und unglaublich schnell sind.

Der eine Autostunde nördlich von London gelegene Flugplatz Duxford existiert zwar schon seit 1919. Berühmtheit erlangte er aber erst vor 74 Jahren – 1940. Zu dieser Zeit kündeten die Triebwerksgeräusche der stationierten Jagdflieger-Staffel für die umliegenden Dörfer nichts Gutes an. Denn dann drohte Gefahr vom Himmel. Von hier stiegen Spitfire- und Hurricane-Jäger auf, um die einfliegenden deutschen Flugzeuge bei der Luftschlacht um England abzufangen.

Obwohl heute noch liebevoll restaurierte Hangars und Baracken sowie ein Museum von dieser militärischen Vergangenheit des Flugplatzes zeugen, ähnelt das gesamte Ambiente an den beiden Airshow-Tagen in Duxford eher einem typischen britischen Picknickausflug: Bei gutem Wetter werden überall karierte Decken ausgebreitet, am obligatorischen Fish’n’Chips-Stand holt man sich beim Anstehen in geordneter Schlange das Nationalgericht, um dann vom gepflegten Rasen aus bei einer Tasse Tee entspannt das Spektakel am Himmel zu betrachten.

30374067 Die volle Taxiway-Breite ist hier angesagt: Die Super Constellation genehmigt sich ein bisschen mehr Platz

Und das ist das Eintrittsgeld wirklich wert. Denn bereits die Eröffnungsformation am frühen Nachmittag sorgt bei den Zuschauern für heftigen Nervenkitzel: Elf klassische Spitfire, in enger Formation fliegend, lassen bei manchem Beobachter Gänsehaut entstehen. Zu der einmaligen Optik kommt auch noch eine dramatische Akustik: Die V-12-Triebwerke mit zusammen etwa 18 000 PS legen einen Klangteppich über die vielen zehntausend Zuschauer, der unvergleichlich ist. Dabei ist das erst der Auftakt. In den kommenden Stunden und am nächsten Tag wird es am Himmel nonstop heiß hergehen.

Neben den obligatorischen alten Jagdflugzeugen sind auch jede Menge nostalgische Zivilflugzeuge am Himmel und entlang der sogenannten Flightline zu entdecken. Etwa die hochglanzpolierte Douglas DC-3, ein eleganter, zweimotoriger Airliner aus den 1940er Jahren mit einem damals höchst fortschrittlichen Einziehfahrwerk, heute ein fliegender Klassiker. In Deutschland wurde die DC-3 als Rosinenbomber bei der Berliner Luftbrücke populär. Die norwegische Crew schont bei der Flugschau ihren Airliner keineswegs und scheucht die DC-3 spektakulär durch die Luft.

30374066 Leisetreter: Die beiden Piper L-4 mit ihren kleinen 65-PS-Motoren

Ein weiterer ziviler Klassiker am Himmel über Duxford ist die Bücker Jungmann. Der zweisitzige Doppeldecker mit offenem Cockpit zählt zu den populärsten Schul- und Trainingsflugzeugen der 1930er Jahre, gebaut in den Bückerwerken in Rangsdorf bei Berlin. Etwa 3000 Exemplare wurden dort produziert, später kamen noch mehr als 1000 Lizenzbauten durch Luftfahrtunternehmen in Japan, der Tschechoslowakei und Spanien hinzu. Selbst heute ist die Jungmann nagelneu nach Originalplänen gebaut von zwei osteuropäischen Herstellern immer noch zu bekommen. Mehrere Generationen von Piloten haben auf diesem Typ das Fliegen gelernt. Die Britin Anna Walker zeigt bei den „Flying Legends“ ein wunderbar nostalgisches Display ihrer Bücker zu klassischer Musik und mit zeitgenössischen Kunstflugfiguren.

Selbst eine echte Boeing ist im Flugprogramm zu sehen. Es handelt sich aber nicht um einen modernen Jet, sondern um eine einmotorige Propellermaschine aus der Frühzeit des amerikanischen Flugzeugbau-Giganten. Die P-26 war ab 1932 im Einsatz und das erste Jagdflugzeug aus Ganzmetall der Vereinigten Staaten. Ein dicker Sternmotor, das offene Cockpit und die noch mit Drähten abgestrebte Tragfläche des Tiefdeckers zeigen, dass der Übergang vom stoffbespannten Doppeldecker zu dieser damals zukunftsweisenden Konstruktion in den frühen 1930er Jahren noch nicht lange zurücklag. Lediglich dieses eine Exemplar ist noch flugfähig. Die Boeing ist normalerweise in einem Luftfahrtmuseum in Kalifornien stationiert. Sie wurde im Juni zerlegt in einem Container nach Duxford transportiert, dort von Spezialisten rechtzeitig zur Airshow wieder zusammengesetzt und flugfertig gemacht.