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Die Harley kommt ohne Benzindröhnung

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Knattert die Harley-Davidson bald nicht mehr? Statt dröhnenden Benzinmotoren setzen die Amerikaner nun auf einen Elektromotor. Für das typische Harley-Geräusch haben sie aber ein extra Gerät entwickelt.

Die Motorradmarke Harley-Davidson ist ein Symbol des „American Way of Life“ und ein Mythos. Die Maschinen sind für laute, dröhnende Benzinmotoren bekannt. Manchen eingefleischten Harley-Fan mag es daher bei dem Gedanken grausen, es könnte eine Variante mit Elektromotor geben. Aber genau ein solches Projekt hat der Motorradhersteller aus Milwaukee jetzt angestoßen. Harley-Davidson hat zum ersten Mal ein E-Motorrad entwickelt, das von der nächsten Woche an der breiten amerikanischen Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.

Es ist eine moderne, fast etwas futuristisch aussehende Maschine. Und um Nörglern den Wind aus den Segeln aus den Segeln zu nehmen, hat Harley-Davidson dafür gesorgt, dass das E-Motorrad keineswegs still daherkommt, sondern sich noch immer nach schwerem Gerät anhört. Das Unternehmen hat ein spezielles Geräusch für die Maschine entwickelt, das an einen Flugzeugmotor erinnert, aber nicht ganz so laut ist.

Das Project Livewire genannte Motorrad ist zunächst nur ein Prototyp, und es ist bislang völlig unklar, ob und wann es auf den Markt kommt. Harley-Davidson will die Maschine von kommender Woche an auf einer Art Tournee durch die Vereinigten Staaten, die auch über die berühmte Route 66 führt, in mehreren Dutzend Motorradhäusern zeigen. Interessierte Kunden können das Gefährt dort bei einer Probefahrt testen. 2015 soll die E-Harley auch in Europa zu sehen sein. Dem Unternehmen geht es darum, Meinungen von seinen Kunden einzuholen und das Produkt dann gegebenenfalls anzupassen. Der für das Tagesgeschäft von Harley-Davidson zuständige Chief Operating Officer Matt Levatich sagte dem „Wall Street Journal“, die Maschine sei mindestens zwei Jahre von der Markteinführung entfernt.

Harley-Davidson ist nicht das erste Unternehmen, das mit E-Motorrädern experimentiert. Der deutsche BMW-Konzern verkauft seit kurzem einen Elektroroller, und der japanische Hersteller Yamaha hat auf Messen schon Maschinen mit Elektromotor präsentiert, sie aber noch nicht auf den Markt gebracht. Daneben gibt es einige kleinere Anbieter wie das kalifornische Unternehmen Zero Motorcycles, die heute schon E-Motorräder verkaufen.

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Mit der Entwicklung eines E-Motorrades versucht Harley-Davidson, ein jüngeres Publikum zu interessieren. Dies gilt schon seit einiger Zeit als eine der größten Herausforderungen für das Unternehmen, dessen Kunden im Schnitt deutlich älter sind als die Fahrer anderer Motorradmarken. Insgesamt laufen die Geschäfte des mehr als 110 Jahre alten amerikanischen Traditionsunternehmens aber nicht schlecht. Harley-Davidson hat im vergangenen Jahr mehr als 260 000 Motorräder ausgeliefert und damit 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Für dieses Jahr wird ein weiterer Anstieg um 7 bis 9 Prozent auf bis zu 284 000 Stück vorhergesagt. Der Aktienkurs des Unternehmens ist in den vergangenen zwölf Monaten um fast ein Drittel gestiegen.