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E-Bikes von Kettler und Giant: Verschiedene Fahreindrücke

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Ein gemäßigt sportliches E-Bike in zwei Variationen von Kettler und von Giant: Zwei unterschiedliche Antriebe und grundsätzlich verschiedene Fahreindrücke.

Wer ein Elektrorad erwerben will, der tut gut daran, mal den Motor abzuschalten und nur mit eigener Trittkraft zu radeln. Anschließend kann er oder sie dann noch – falls das geht – den Akku herausnehmen und ganz ohne Strom Fahrrad fahren. Das ist höchst aufschlussreich. Nicht etwa, weil man sich so schon mal für den Fall einer Energiekrise wappnen müsste. Nein, da zeigt sich der wahre Charakter des Fahrrads.

So war es auch, als abwechselnd das Kettler Boston E Beltdrive und das Giant Explore E+ 0 ausprobiert wurden. Das sind zwei auf je eigene Art fein gemachte Pedelecs mit Mittelmotor, die beide rein gar nichts mit Seniorenfahrzeugen zu tun haben wollen. Für rund 3000 Euro (Kettler) und rund 3500 Euro (Giant) sind sie das elektrifizierte Top-Level-Angebot des größten (und für viele andere gute Namen produzierenden) Fahrradherstellers der Welt aus Taiwan und der (nächst Hercules) wohl bekanntesten deutschen Fahrradmarke. Kettler hat hierzulande als Erster auf Aluminium als Rahmenmaterial gesetzt, das bei beiden Rädern zum Einsatz kommt.

Kleine Unterschiede

Ein Unterschied zwischen den Pedelecs ist kaum zu erkennen, auch wenn er deutlich dran steht: Das Boston E läuft auf 27,5 Zoll (650B) großen Reifen, das Explore E+ auf 28 Zoll. Kettler verlegt die Federung ganz in voluminöse Super-Moto-X-Reifen von Schwalbe, die gern für den Straßeneinsatz von Mountain Bikes genommen werden. Giant kombiniert den expeditionstauglichen Marathon Mondial mit einer Federgabel. Ob mit Motorunterstützung oder ohne, ob der – in beiden Fällen abschließbare, aber nur beim Kettler im Rahmen ladbare – Akku herausgenommen wird oder nicht: Das Explore E+ ist das ausgewogenere Rad. Leicht sind sie beide nicht. Aber wenn man sie über eine Bordsteinkante oder in den Zug hebt, fällt die Hecklastigkeit des Boston E besonders auf.

Dafür sorgt im Hinterrad die stufenlos genauso im Stand wie beim Fahren arbeitende Getriebenabe NuVinci 360. Abgesehen vom Gewicht, ist diese Nabe gerade in einem Pedelec eine prima Sache. Man muss sich über das Schalten und die Gangwahl keine Gedanken mehr machen – ein Dreh am Handgriff, bis das Gefühl beim Treten angenehm ist, erledigt. Das Explore E+ hat stattdessen eine Kombination aus Kettenschaltung und Getriebenabe, die bekannte Sram DualDrive mit 30 Übersetzungen.

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Wieder einmal erweist sich, dass so viele Möglichkeiten bei Motorunterstützung eigentlich überflüssig sind. Mit der NuVinci ebenso wie mit der DualDrive fährt man eigentlich nur in zwei Gängen: einem leicht zu tretenden fürs Anfahren und mit maximaler Übersetzung, sobald man mit dem Elektrorad in Schwung gekommen ist.

Unterschiedliche Antriebe

Die beiden Räder haben zwei verschiedene Antriebe, was sich nicht nur darauf bezieht, dass im Explore E+ der neue Yamaha SyncDrive und im Boston E der SM 214 von Panasonic arbeiten. Es sind beides 36-Volt-Motoren mit einer Nennleistung von 250 Watt, beide sind schön kompakt, der Yamaha-Motor noch etwas mehr als der von Panasonic. 432 (Kettler) und 400 Wattstunden (Giant) beträgt die Kapazität der bei beiden Rädern auf dem Unterrohr plazierten Akkupacks in Lithium-Ionen-Technik.