
Der neue VW Passat kommt im späteren Herbst 2014 als Limousine und Variant auf den Markt. Er ist unterhaltsam und bärenstark, leichter und sparsamer.
Mit dem Passat begann vor gut 40 Jahren das zweite Leben von Volkswagen. 1973 waren der Käfer und der Typ 3 als VW 1500/1600 am Ende, und das Riesenwerk brauchte neue Autos. Audi half aus, und der erste VW Passat (ein Jahr vor dem Golf!) war technisch der damalige Audi 80. Das war also damals gar nicht so viel anders als heute. Frontantrieb und wassergekühlte Motoren lösten den Heckantrieb und die Luftkühlung ab. Seither wurden von sieben Passat-Generationen mehr als 22 Millionen Einheiten verkauft. Bald folgt die nächste Generation mit der Ordnungschiffre B8. Der neue VW Passat kommt im späteren Herbst 2014 als Limousine und Variant auf den Markt, die Preise werden bei etwa 26 000 Euro beginnen. Der Einstieg in das heutige B7-Modell gelingt noch bei 25 375 Euro.
Am Grundcharakter der Technik wird sich wenig ändern. Es bleibt bei vier Türen für die Stufenheck-Limousine und der großen Heckklappe für den Variant, bei Front- oder Allradantrieb, und es kommt die Einbindung in die Konzernstrategie der variablen Gleichteile-Konstruktion. Wahrscheinlich ist die Fortsetzung der CC-Variante, die mit dem Typ B7 debütierte und etwas später ebenfalls erneuert werden dürfte. Zurückhaltung legten sich die Designer auf, der neue Passat ist zwar fast komplett neu, auch in der etwas kantenreicheren Gestaltung seines Blechs und des wohnlicheren Innenraums, aber Kontinuität im Auftritt erschien wichtiger als ein Spektakel auf Rädern.
Die neue Passat-Generation sollte leichter und sparsamer, kommunikativer und vernetzter sowie geräumiger, sicherer und fahraktiver werden. Im Zentrum der gesamten Bemühungen stand wie in allen Entwicklungsabteilungen der Autowelt das Gewicht: An ihm orientieren sich Verbrauch und Fahreigenschaften. Mit Detailarbeit im Millimeterbereich wurden je nach Version bis zu 85 Kilogramm abgespeckt. Gezielter Leichtbau brachte bei der Karosserie und ihrer Struktur 33 Kilo ein, beim Fahrwerk waren es neun, beim Antrieb kamen 40, in der Elektronik-Abteilung schließlich drei Kilo zusammen. In Verbindung mit Motor- und Getriebeverbesserungen entstanden daraus Verbrauchswerte, die um rund 20 Prozent unter jenen des Vorgängers B7 liegen. In ähnlichem Umfang verringern sich auch die Schadstoffe im Abgas.
Zudem werden zwei weitere Motoren in die Passat-Familie aufgenommen. VW teilt mit, der neue 2.0 TDI mit vier Zylindern sei der stärkste Passat-Diesel aller Zeiten, und die Plug-in-Hybrid-Version sei zumindest zeitweise ein Zero-Emission-Passat. Allerdings nur innerhalb der Reichweite von 50 Kilometer für rein elektrisches Fahren. Um den Vortrieb kümmert sich das Gepann aus Otto- und Elektromotor mit einer Systemleistung von 211 PS (155 kW) aus dem 80 kW-Elektromotor und dem aufgeladenen 1,4-Liter-Vierzylinder mit direkter Benzineinspritzung. Gültige Verbrauchswerte liegen für diese Variante noch nicht vor, aber es werden für den Marktstart im Jahr 2015 Werte erwartet, die auf dem Niveau des Golf GTE bei 1,5 bis 2,0 Liter für 100 Kilometer liegen, gemessen nach dem Normverfahren, das aber leider ziemlich wirklichkeitsfremd ist. Real erscheint dagegen die dieselnde Kraftmaschine 2.0 TDI: Der Bi-Turbo entwickelt 240 PS (176 kW) und ein maximales Drehmoment von 500 Newtonmeter bei 1750 Umdrehungen in der Minute. Damit werden ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und ausschließlich der markeneigene Allradantrieb 4Motion umgehen müssen.
Fahrleistungswerte gibt es noch nicht, 250 km/h erscheinen als Topspeed möglich, bei Alltagsverbräuchen von fünf bis sieben Liter Diesel auf 100 Kilometer. Premiere feiern im Passat B8 das Active Info Display mit komplett digitalem Innenleben, ein ausfahrbares Head-up-Display, das neue Entertainsystem für die Rücksitzpassagiere, ein Verzögerungssystem mit Notbremsfunktion, das automatisch bis 65 km/h eingreift und jetzt auch Fußgänger erkennt. Für Oktober sind die ersten Probefahrten angesetzt. Messepremiere wird in Paris sein.
