
Die Dreier- und Vierer-Baureihe von BMW hat zwei neue M-Versionen: M3 und M4. Eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 280 km/h gibts mit einem optionalen Paket.
Die BMW M GmbH, für extrem flottes Vorwärtskommen in den ohnehin schon sportlichen BMW-Fahrzeugen zuständig, krönt die Dreier- und Vierer-Baureihe vom 21. Juni an mit zwei neuen M-Versionen, M3 und M4. Die viertürige M3-Limousine startet zu Preisen von 71.500 Euro an, für das technisch identische M4-Coupé verlangen die Münchner 72.200 Euro. Die beiden Hochleistungssportler seien konsequent auf ihren Einsatz auf der Rennstrecke ausgelegt, sagte BMW-Entwicklungsvorstand Herbert Diess bei der Pressepremiere in Portugal. Nicht umsonst erhielten sie ihren „scharfen Charakter“ im BMW-Testzentrum am Nürburgring. Aber auch die sportlich-komfortable Alltagstauglichkeit war ein wesentliches Kriterium. Nach ersten Probefahrten wagen wir das Urteil: Beides scheint überaus gelungen.
Muskulös und tief geduckt kauern die jeweils 4,67 Meter langen BMW M 3/4 auf der Straße- allein die optischen Unterschiede zu ihren zivilen Brüdern wie die drei großen Lufteinlässe in der Front, der Powerdome auf der Motorhaube oder der Diffusor am breiten Heck beschleunigen den Pulsschlag junger Männer.
Der neu entwickelte Dreiliter-Reihensechszylinder mit Doppel-Turbo und 431 PS (317 kW) leistet 11 PS mehr als der bisherige Vierliter-V8. Auch so kann Downsizing aussehen. Das maximale Drehmoment von 550 Newtonmeter übertrifft den Bestwert des Vorgängers gleich um 40 Prozent und steht über ein breites Drehzahlband zwischen 1800 und 5390 Umdrehungen in der Minute zur Verfügung. Schon aus dem Drehzahlkeller entwickelt das Aggregat bärig viel Kraft.
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Vom Hochdrehzahl-Konzept hat sich BMW nicht gänzlich verabschiedet, der Motor dreht bis 7600 Touren. 4,3 statt bisher 4,8 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h mit dem knackigen Sechsgangschaltgetriebe mit Zwischengasfunktion, eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 280 km/h mit dem optionalen M-Fahrer-Paket (ohne: bei 250 km/h begrenzt) und ein betörend anschwellender Sound aus den zwei hochglanzpolierten Doppelendrohrpaaren sollten den Verzicht auf zwei Zylinder mehr als erträglich machen. Mit dem gegen 3900 Euro Aufpreis erhältlichen M-Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gelingt der Standardsprint gar in 4,1 Sekunden. Dank des großzügigen Einsatzes von Aluminium und kohlenstoffverstärktem Kunststoff (CFK) – das Carbondach sorgt zusätzlich für einen niedrigeren Schwerpunkt – haben M3-Limousine und M4-Coupé jeweils um 80 Kilogramm abgespeckt, der Normverbrauch reduzierte sich um rund ein Viertel auf 8,8 Liter (8,3 Liter mit DKG).
Es bleibt beim Hinterradantrieb. Um beste Traktion und höchste Fahrstabilität auch unter anspruchsvollsten Bedingungen kümmert sich ein aktives Differential mit Hilfe einer elektronisch geregelten Lamellensperre. Im schicken Innenraum, der sich durch flache Sportschalensitze und spezielle M-Accessoires an Schalthebel, Instrumenten oder Fußstützen von dem der weniger sportlichen Modelle unterscheidet, lassen sich per Tastendruck Motor-Ansprechverhalten, Schaltzeiten sowie die Kennlinien der neuen, sehr präzisen elektromechanischen Lenkung verändern – schönes (Männer-)Spielzeug. Beim adaptiven Fahrwerk für 1900 Euro Aufpreis können auch die Dämpfer verstellt werden. Wer gern mit viel Leistung unterwegs ist, sich dabei aber lieber den Fahrtwind um die Nase wehen lässt, darf sich auf das M4-Cabrio freuen, das ebenfalls noch in diesem Jahr auf den Markt kommt.
