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Hochdach-Golf: Der neue VW Sportsvan hält was er verspricht

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Eine erste Probefahrt mit dem neuen Hochdach-Golf zeigt: Die dritte Golf-Variante ist um 13 Zentimeter in die Höhe geschossen. Allerlei technische Raffinessen, ein sparsames Triebwerk und ein mehr an Komfort runden das Bild ab.

In den 40 Jahren seit 1974 hat sich der VW Golf nicht nur zum Auto der Deutschen entwickelt, er wurde auch immer vielseitiger. Es gibt ihn als Cabriolet, als Kombi, als E-Auto, als GTI, als noch stärkeren R und bald auch als Hybrid-Fahrzeug. Und er darf als Van zeigen, was aus einem Golf alles werden kann.

2005 als Golf Plus gestartet, haben viele Kunden den Golf mit dem Hochdach kennen- und lieben gelernt, immerhin ein Fünftel aller Verkäufe entfiel zuletzt auf den XL-Golf. Jetzt ist der Sportsvan, so der neue Name, nach dem Variant (Kombi) die dritte Golf-Variante auf der neuen MQB-Plattform. MQB steht für Mittlerer Querbaukasten, und darauf baut alles auf (auch der Audi A3 und der Seat Leon). Doch die Karosserie des Neulings hat keine Gleichteile zur Limousine. Im Vergleich zum Vorgänger ist sie deutlich gewachsen: 13,4 Zentimeter in der Länge, 11 im Radstand und 5 Zentimeter in der Breite. Weil der Golf VII größer wurde, ergeben sich so gesehen nur Zuwächse um 5, 8 und 2 Zentimeter. Die Höhe klettert aber um 13 Zentimeter.

„Fast wie eine Chauffeurs-Limousine“

Das sorgt für ein Kofferraumvolumen von 500 Liter (statt 380) bei fünfsitziger Konfiguration und 1520 Liter (1270) bei umgelegter Rückbank. Die 500 Liter Volumen beziehen sich auf die Standardstellung der um 18 Zentimeter verschiebbaren Rückbank: fünf Zentimeter vor der maximalen Beinfreiheit. Die ist auch so schon gewaltig, „fast wie in einer Chauffeurs-Limousine“ schwärmt VW-Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neußer. Selbstverständlich lassen sich die Rücklehnen der Bank asymmetrisch geteilt umlegen, oder man klappt nur das mittlere Element als Durchreiche um.

Vorn logieren Pilot und Kopilot sechs Zentimeter höher als im Golf. Sitze, Interieur und Armaturen sind gleich, da greift das Baukastensystem, neu ist aber die Möglichkeit, das Lenkrad zu beheizen. Der MQB diktiert auch die Motoren und die übrige Technik: Sechs verschiedene Triebwerke sind im Angebot, zwei davon sind Diesel. Alle sind Turbos, Direkteinspritzer und haben ein Start-Stopp-System. Das Leistungsspektrum erstreckt sich von 85 PS (63 kW) im Basismodell (1,2 Liter) bis 150 PS (110 kW) im 1,4er-TSI oder im 2,0-Liter-TDI. Zwar sind sich Otto- und Dieselmotoren in jüngster Zeit technisch immer ähnlicher geworden, bei diesen beiden Motoren manifestiert sich aber der Verbrauchsvorteil des Selbstzünders besonders gut: Der Diesel kommt auf einen Normverbrauch von 4,3 Liter, der Benziner braucht 5,5.

Sparsamer Benzinverbrauch

Sparsamstes Triebwerk ist der 1,6er-Diesel mit 110 PS (81 kW). Er kommt handgeschaltet (6 Gänge) auf nur 3,6 Liter oder 95 g/km CO2. Insgesamt sind die neuen Motoren um ein Fünftel sparsamer als bisher im alten Golf Plus.

Neu im Hochdach-VW sind außerdem etliche Assistenzsysteme, ganz neu ist der Blind-Spot-Sensor mit Ausparkassistent, der darauf achtet, ob man beim Rückwärts-Ausparken nicht einen Fahrradfahrer übersehen hat. Wenn, wird selbständig gebremst. Für uns haben sich die 360 Euro schon gelohnt.

19 625 Euro kostet der 1.2 TSI als Trendline- das Topmodell (Highline) mit dem 2,0-Liter-TDI verlangt nach 30 125 Euro. Wie gewohnt nennt sich die mittlere Ausstattungslinie Comfortline. Der Sportsvan ist schon im Handel, er ist jeweils rund 2000 Euro teurer als ein Golf.