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Flyer-Baureihe von Bénéteau: Fahrspaß hoch drei

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Mit der Flyer-Baureihe präsentiert Bénéteau das Motorboot aus dem Baukasten. Die neuen Modelle gewährleisten großen Fahrspaß und einen hohen Wiedererkennungswert.

Die Nase des Mannes gibt dem Sprichwort nach zuverlässig Auskunft darüber, wie es um ein anderes Körperteil („so auch sein Johannes“) steht. Ob diese These jemals wissenschaftlich bewiesen wurde, wissen wir nicht. Die Aussagekraft der Nase ist umstritten, allerdings im Fall der neuen Flyer-Motorbootbaureihe von Bénéteau nicht zu bezweifeln.

Deren Nase ist nicht klein und spitz, sondern groß und dick. Der in die Breite gezogene Bug verleiht dem Boot kein schnittiges, dafür jedoch ein bulliges, kraftvolles Erscheinungsbild. Hoher Wiedererkennungswert wird dadurch gewährleistet und vor allem ein erstaunlich üppiges Angebot an variabel zu nutzendem Platz. Ein Sechs-Meter-Boot größer machen, als es eigentlich ist, lautete die Aufgabe, die sich das Werftimperium aus der Grande Nation selbst gestellt hatte.

Eine der interessantesten Neuerscheinungen der Saison

Mitten im Gesicht tragen die Flyer ein Markenemblem mit dem Bénéteau-Seepferdchen. Die überdimensionierte Plakette erinnert an den Kühlergrill eines Automobils. Genau so war’s beabsichtigt. Die Boote folgen der Handschrift der Pariser Agentur „Style &amp- Design“, deren Gestalter üblicherweise für die Autoindustrie und andere Branchen arbeiten, sich aber nie zuvor mit Wasserfahrzeugen beschäftigt hatten. Bénéteau wollte einen frischen Ansatz, um sich mit seinen Flyer-Typen stärker von Konkurrenten wie Boston Whaler oder Jeanneau abzuheben. Und die Pariser lieferten: Auffälligkeiten wie der Bug sowie flossenartige Designspielereien an den Rumpfseiten sind Ergebnis einer unkonventionellen Herangehensweise.

Seit 30 Jahren existiert die Familie Flyer. Mehr als 50 Modelle, überwiegend von Außenbordmotoren angetrieben, erschienen in dieser Zeit. Bei der Flyer-Generation 2014 handelt es sich um eine der interessantesten Motorboot-Neuerscheinungen der Saison. Sie steht im Dienste des Herumdüsens auf eine erschwingliche Art, setzt eine lange Tradition fort – und bricht zugleich mit der Vergangenheit.

Derart modular aufgebaut und der industriellen Fertigungseffizienz unterworfen waren frühere Flyers nicht. Die drei Versionen haben einen identischen Gleitrumpf, identische Abmessungen, die gleiche umklappbare, in eine Liegefläche umbaubare Rückbank, viele weitere Gleichteile. Im Gewicht (rund 1300 Kilogramm) weichen sie kaum voneinander ab. Dennoch unterscheiden sie sich in Fahrgefühl und Nutzung erheblich. Unterschiedliche Decks sowie ein umfangreiches Angebot an Ausstattungspaketen und Sonderzubehör, mit dem der Skipper sich seine in der Basisausführung karg ausgestattete Flyer zurechtkonfigurieren kann, sind dafür verantwortlich. Stauraum gibt’s reichlich. Weitere Gemeinsamkeit aller drei: Mit bis zu 200 PS am Heck gehen sie ab wie die Pest.

Ein Ausflugsboot zum Ankern, Picknicken und Faulenzen

Space Deck nennt Bénéteau die Variante mit offenem, freiem Deck. Es ist das Multifunktionsboot zum Angeln oder Cruisen. Kennzeichen: Mittelkonsole für Steuermann und Beifahrer, viel Bewegungsfreiheit drum herum. Die hohe Scheibe vorm Lenker schützt vor Fahrtwind, der Bug lässt sich in eine zweite Liegefläche oder Sitzecke mit Tisch umfunktionieren. Auch auf der Sun Deck sitzen Fahrer und Beifahrer mittig auf relativ hohen Polsterstühlen geschützt hinter einem hohen getönten Windschild. Dieser Typ mit gepolstertem Vordeck ist der Sonnenkönig, das Ausflugsboot zum Ankern, Picknicken, Faulenzen. Die niedrige Kabine im Bug (ohne Fenster und Luken) lässt sich zur Not zum Übernachten nutzen. Niedriger und außen an den Bordwänden sitzen Fahrer und Beifahrer auf der Version Sport Deck. Die fühlt sich nach knackigem Sportwagen an, hinter der flachen Scheibe knattern die Haare im Fahrtwind, die Füße finden zum Abstützen besseren Halt. Die Sport Deck im Stil eines Bow Riders mit viel Sitzfläche im Bug ist die erste Wahl für Wasserski und Wakeboarden (Gerätebügel gegen Aufpreis). Griffe und Handläufe zum Festhalten sind auf allen drei ausreichend vorhanden – sie werden auch gebraucht.