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Fahrbericht Kia Cee’d GT Track

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Am VW Golf GTI sind fast alle Konkurrenten gescheitert. Der Kia Cee’d GT Track fährt fast auf Augenhöhe. In ihm lebt die Urfreude am härteren Fahren auf.

Am VW Golf GTI sind schon viele gescheitert. Der Wolfsburger Bestseller in der Klasse der sportlichen Kompaktklasse ist seit Jahrzehnten das Maß der mobilen Dinge in dem von ihm gegründeten Marktsegment der mobilen Feuerzeuge. Das kann sich ändern, denn in der obersten Kia-Führungsetage mischt der Ex-VW-Mann Peter Schreyer die Karten neu. Und der weiß noch aus seiner Golf-Design-Zeit sehr gut, wie ein GTI tickt. Er hat den Kia Cee’d GT in die Spur gesetzt und darauf geachtet, dass er dem Original-GTI im Preis nicht nacheifert: Der Cee’d GT kostet mit vier Türen ab 24 490 Euro, und in der überreichlich ausstaffierten Variante GT Track ist er für 26.990 Euro zu haben. Sie ist noch üppiger ausgestattet mit Xenon-Scheinwerfern, Abbiegelicht und einer sehr klare Bilder liefernden Rückfahrkamera. Für die fast ohne Extras komplette Ausstattung des Cee’d GT Track gilt: Mehr geht nicht. Ein ähnlich aufgehübschter VW Golf GTI ist bis zu 6000 Euro teurer.

Die viertürige Schrägheck-Karosserie versucht erst gar nicht, ihr Vorbild zu verleugnen. Allerdings setzt Kia sehr stark auf Keilform und frischere Dynamik. Der Nachteil dieses Keilkörpers zeigt sich in der schlechten Übersichtlichkeit der Karosserie, die Rückfahrkamera ist da sehr hilfreich.

Das zeigt sich sowohl im Datenblatt als auch auf der Straße

Im Hubraum entspricht der Kia ziemlich genau jenem des ersten Golf GTI. Das war ein Zweiventil-Saugmotor, im Cee’d geht sein 1,6-Liter-Vierzylinder mit Turboaufladung recht stürmisch ans Werk. Das zeigt sich sowohl im Datenblatt als auch auf der Straße. Der Vierzylinder mit sechzehn Ventilen und direkter Benzineinspritzung drückt sein maximales Drehmoment von 265 Newtonmeter schon bei knapp 1800/min auf die Vorderräder, und die Höchstleistung von 204 PS (150 kW) lässt nicht lange auf sich warten. Zwar beträgt die Nenndrehzahl dafür 6000/min, aber der Motor schnalzt sich sehr schnell in diese Region, und dann gibt es mitunter mehr Leistung, als der Cee’d ohne höheren Traktionsverlust verkraftet.

Dank präziser Lenkung und einem gut abgestimmten Fahrwerk sowie kräftiger Bremsen bietet der GT jene Fahrfreude, die auch mit diesem Kürzel verbunden wird. In etwa acht Sekunden werden aus dem Stand 100 km/h erreicht, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h. Aus engen Kurven bewegt sich der Cee’d GT unter einem verständigen Gasfuß zunächst im zweiten Gang sehr zügig heraus, akzeptiert für flottere Fahrt die dritte Stufe der exakt zu schaltenden Sechsgangbox und lässt sich vor der nächsten Biegung sanft und gleichzeitig entschlossen mit Einbremsen und -lenken in eine geplante Übersteuer-Reaktion bringen, die zu stark erhöhter, aber kontrollierbarer Kurvenwilligkeit führt. Das sportlich-präzise Fahrverhalten wird allerdings mit einer harschen Federung, einer mitunter bockigen Dämpfung und niedrigem Abrollkomfort bei langsamerer Fahrt bezahlt.

Eine andere Rechnung macht der Cee’d GT an der Tankstelle auf. Etwa 1350 Kilo Leergewicht und eine überwiegend ambitionierte Fahrweise forderten ihren Tribut: Im Durchschnitt genehmigte sich die Maschine 11,2 Liter Super auf 100 Kilometer, verkostete auf der Sparfahrt lediglich sieben Liter und schluckte auf der schnellen Autobahnetappe üppige 12,5, der Tank fasst 53 Liter. Die Verbrauchswerte sind typisch für relativ kleine Turbomotoren, da macht der Kia Cee’d GT keine Ausnahme.

Am VW Golf GTI sind alle Konkurrenten (mit zwei Ausnahmen) gescheitert. Der Kia Cee’d GT Track fährt fast auf Augenhöhe – wenn Peter Schreyer die Fahrkultur des Korea-GTI noch steigern kann.