
Im Mai bringt Volkswagen den elektrischen Golf auf den Markt. Für 34.900 Euro bekommt man einen Wagen, der seinen konventionellen Brüdern ähnelt. Nur Reichweiten und Ladezeiten sind wieder wunde Punkte.
PreviewPagemarker“ id=“pageIndex_1″>Bei Volkswagen wird die elektrische Mobilität in Zukunft ganz groß geschrieben. Nach dem rein elektrischen Minicar Up kommt Mitte Mai der rein elektrische Golf auf den Markt, für 34.900 Euro. Damit ist er auf dem Niveau des BMW i3 und innerhalb der Baureihe nicht so exorbitant überteuert wie der e-Up, der mehr als das Zweieinhalbfache des Basispreises kostet. Beim e-Golf ist es nur ein wenig mehr als das Doppelte oder 3.000 Euro Aufschlag zu einem vergleichbaren TDI Comfortline.
Autor: Frank Boris Schmidt, Jahrgang 1959, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
Der Kunde bekommt für sein Geld zunächst einen lupenreinen Golf ohne Abstriche am Platzangebot, und das mit einer sehr guten Ausstattung (Navigation serienmäßig). Der E-Motor leistet 85 kW (115 PS), hat ein schönes Drehmoment von 270 Newtonmeter und beschleunigt den 1,5 Tonnen schweren Wagen (die Batterie wiegt 318 Kilogramm) in 10,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 140 km/h limitiert.
190 Kilometer für 13 Stunden Strom aus der Haushalts-Steckdose
Obwohl der stets viertürige e-Golf beim Fahren so robust, potent und kräftig auftritt wie seine konventionellen Brüder, muss am Ende des Tages wieder über die geringe Reichweite (maximal 190 Kilometer) und die langen Ladezeiten (13 Stunden an der Haushalts-Steckdose) geredet werden. Sie lassen sich zu Hause an der „Wallbox“ (zirka 800 Euro extra) dank 3,6-kW-Anschluss auf acht Stunden verkürzen, an einem (öffentlichen) CCS-Anschluss mit 40 kW sind die Akkus, die unterflur an der Hinterachse angebracht sind, in einer guten halben Stunde voll (zu 80 Prozent).
Um technisch dafür gerüstet zu sein, sind aber 590 Euro extra zu zahlen. Ein Kabel für die öffentlichen 3,6-kW-Stationen kostet 140 Euro. Das ist kleinlich. Aber für die Urlaubsreise können sich e-Golf-Käufer unter bestimmten Bedingungen einen anderen VW kostenlos leihen. Die Lithium-Ionen-Akkus haben eine Kapazität von 24,2 kWh brutto, es bleibt immer eine Sicherheitsreserve, um das schädliche Tiefentladen zu verhindern. VW gibt den Energieverbrauch des e-Golf mit 12,7 kWh auf 100 Kilometer an. Wie im e-Up werden drei Fahr-Modi geboten, nur bei Comfort gibt es die volle Leistung, bei „Eco“ sind es 70 kW, die Höchstgeschwindigkeit wird auf 115 km/h limitiert, bei „Eco+“ sind es noch 55 kW und maximal 90 km/h.
Noch in 2014 kommt der Golf GTE auf den Markt
Bei „Vollgas“ stehen jederzeit die vollen 85 kW zur Verfügung. Selbstverständlich fließt beim Verzögern Energie in die Batterie zurück (Rekuperation), vier verschiedene Stufen des Verzögerns können mit einem „Schalthebel“ in der Mittelkonsole angesteuert werden. Technisch gesehen ist der e-Golf mit einem Eingang-Getriebe bestückt, soll es rückwärts gehen, wird der Motor schlicht umgepolt und dreht in die andere Richtung. Motor und Getriebe entstehen im VW-Komponentenwerk in Kassel.
Der e-Golf passt in das Schema des „MQB“ (modularer Querbaukasten), er wird auf einer Linie mit den anderen Gölfen gebaut. Noch in 2014 kommt zudem der Golf GTE auf den Markt. Als Plug-in-Hybrid kann er rein elektrisch 50 Kilometer weit fahren. Die Systemleistung (E-Motor plus 1,4-Liter-Benziner) beträgt 150 kW (204 PS), der Normverbrauch liegt bei nur 1,4 Liter Super.
