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Feineres Fahren aus dem neuen Effeff

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Mercedes-Benz präsentiert seine neue V-Klasse: Der Viano fährt mit altem Können und neuen Fähigkeiten vor. Ende Mai kommt die luxuriöse Großraumlimousine auf den Markt.

Drei Musketiere dominieren den Weltmarkt für Nobel-Automobile: Audi, BMW und Mercedes-Benz vereinen rund achtzig Prozent der globalen Verkäufe von Premium-Pferdestärken auf sich, und ihre Modellfamilien werden immer größer und vor allem ähnlicher. Jeder macht, was auch der andere kann, vielleicht ein bisschen anders. Doch Mercedes-Benz offeriert seit über zehn Jahren ein Unikat: die in Spanien gebaute V-Klasse mit den FF-Versionen Viano und dem Nutztier Vito. Mehr komfortablen Raum auf Rädern gibt es nur bei den Omnibussen und mit einer komplett neu konstruierten und stärker auf Familientransport und Freizeitaktivitäten ausgerichteten Viano-Großraumlimousine will Mercedes diese Alleinstellung noch verstärken. Ende Mai kommt die neue Viano-Generation in Deutschland auf den Markt, von knapp 43.000 Euro an.

Wie bisher steht der Käufer vor der Qual der Wahl: drei Außenlängen, zwei unterschiedlich üppige Achsabstände, zwei Ausstattungslinien, ein Komfort- und ein Design-Paket sowie mehr Sonderausstattungen, als eine normale Familie zählen und zahlen kann. Beim Antrieb wird die Entscheidung weniger erschwert. Es gibt nur einen einzigen Vierzylinder-Dieselmotor, zwar in drei Leistungsstufen, aber immer mit dem Hubraum von 2.143 Kubikzentimeter. Daraus entstehen die drei Versionen Viano V 200 CDI, 220 CDI und 250 Blue Tec, deren Bezeichnungen keine Hinweise auf den Hubraum des Motors enthalten. Der Vierventil-Turbodiesel mit zweistufiger Aufladung für Leistungen von 136 PS (100 kW) bis 190 PS (140 kW) kommt aus der Stern-Abteilung für konventionelle Personenwagen und wird im Viano mit einem manuellen Sechsganggetriebe oder mit der bekannten Automatik 7G-Tronic-Plus zusammengespannt. Angetrieben werden immer die Hinterräder, eine 4×4-Variante könnten die Mercedes-Macher aber rasch aus ihren Hüten zaubern. Kleine Wunder vollbringt der Motor im Verbrauch, er muss sich immerhin mit einem Auto beschäftigen, das fast die Grundfläche eines kompakten Apartments aufweist. Die Normwerte liegen durchweg bei sechs Liter, im Alltag werden es wohl um acht Liter sein, die pro 100 Kilometer zu verfüttern sind. Je nach Motorisierung erreicht der mit einer hohen Stirn belastete Viano ein Spitzentempo zwischen 183 und 206 km/h, den meisten Kindern wird das ausreichend sein. Die Sechsgangschaltung operiert mit einem auf hohe Zugkraft ausgelegten ersten und einem für niedrige Motordrehzahlen zuständigen sechsten Gang. Damit soll der Viano einerseits den Karren mit Boot oder Pferd aus der Wiese ziehen können und andererseits auf der Autobahn hohe Reisegeschwindigkeiten mit niedrigen Touren im Motorraum verbinden.

Auf Wunsch mit Sportfahrwerk und tiefer gelegter Karosserie

Eingekleidet ist der neue, bis zu 5,37 Meter lange Viano im Stil einer frischen Sachlichkeit, die ohne formale Spielereien und ohne Hektik auskommt. Für die Botschaft einer komfortablen Fahrt auf höherem Niveau sind der schlichte Bug, die markante Seitenlinie und ein puristisches Heck zuständig. Unverändert blieb trotz der eleganteren Designausrichtung der beeindruckende Auftritt des mit maximal acht Sitzen zu bestückende und im Vergleich zum Vorgänger in allen Versionen jeweils um etwa 14 Zentimeter längere Viano. Seine Innenraumvariabilität ist am besten als virtuos beschrieben und fordert zum Ausprobieren einen kompletten Arbeitstag. Im Heck gibt es eine überaus praktische Neuerung: Die riesige Heckklappe ist quer geteilt, die oberen vierzig Prozent sind als Heckscheibe ausgebildet, die separat zu öffnen ist. Dahinter verbirgt sich ein auf Brusthöhe hochgelegter Ladeboden. Diese kleine Klappe soll verhindern, dass der Viano in engen Parkflächen im Heck geschlossen bleiben muss, weil die großflächige Gesamtlappe nicht genügend Raum hat, um aufzuschwingen. Im Innenraum haben sich Designer und Materialspezialisten um noch mehr Wohnlichkeit bemüht. Die Visitenkarte für Modernität und Komfort überreicht der im Stil der neuen C-Klasse gestaltete Armaturenträger. Er ist auch der Wohnort von zahlreichen Assistenzsystemen und einer raffiniert tätigen Klimatisierung, die in einer besonderen Stufe sogar für frische Luft sorgen soll, ohne die Passagiere mit Zugluft zu belästigen. Gewiss praktisch ist die Programmiermöglichkeit der optionalen Standheizung: Versorgt mit der vorgegebenen Wunschtemperatur und der Abfahrtzeit, errechnet sie unter Berücksichtigung der Außentemperatur die nötige Arbeitsdauer und startet zur rechten Zeit ihre wärmende Tätigkeit.

Natürlich haben die Entwickler nicht gezögert, alle Register der aktuellen Elektronik für Sicherheit, Komfort und Fahrspaß zu ziehen. So bietet die Automatik vier Fahrprogramme, die zu unterschiedlicher Agilität oder höherer Sparsamkeit führen sollen. Das Fahrwerk wurde komplett neu konfiguriert, Motor und Getriebe sollen besser vom effizienter abgeschirmten Innenraum entkoppelt sein, auf Wunsch gibt es für den verjüngten Viano ein Sportfahrwerk mit tiefer gelegter Karosserie.

Eine Luftfederung wird wohl aus Kostengründen nicht angeboten, aber das Fahrwerk arbeitet auf Wunsch mit variabler Dämpfung. Die elektromechanische Servolenkung erkennt Phasen der Geradeausfahrt und entlastet dabei den Fahrer mit geringerer Haltekraft. Zudem sind etliche Assistenten zu haben, die den Viano automatisch einparken, auf Tempo und Abstand halten und beim Gespannfahren für höhere Stabilität sorgen. Alles im Sinne des Viano-Unikats, das mehr kann als alle Mercedes-Limousinen und schon deshalb der Mercedes unter den großen Tieren der Mobilität ist. Erste Fahreindrücke gibt es im April.