Auto & Verkehr

Symbol der DDR und der Wende

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Der Trabant steht für die DDR wie kein Gebrauchsgegenstand sonst. Herbeigesehnt, geliebt, verachtet und nicht vergessen: 50 Jahre Trabant 601.

Wenn ein Gebrauchsgegenstand für ein Land steht, dann der Trabant für die DDR. Seine dritte Modellreihe, der 601, lief von 1964 bis 1990 in Zwickau vom Band und prägte das Bild vom östlichen Deutschland nachhaltig. Und in der alten Bundesrepublik verbinden viele den Mauerfall 1989 auch mit den unendlichen Karawanen an Trabis, die gen Westen knatterten, als die Schlagbäume für immer nach oben gegangen waren. Bis heute steht der Trabant für die DDR, kein Souvenir-Shop in Berlin ohne Trabi-Modell.

Der Autor hatte einen kleinen Anteil daran, dass die Welt in jüngerer Vergangenheit mit reichlich drei Millionen Kleinwagen aus dem sächsischen Zwickau beglückt und belästigt wurde. Als Elektromonteur-Lehrling half er im VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau 1962 eine Notstromanlage zu installieren, nicht ahnend, dass die Motoren, die auf Holzschemeln per Hand durch die Halle geschoben wurden, von 1964 an den Trabant 601 bewegen würden, der dann 26 Jahre lang fast unverändert gebaut werden sollte. Zum ersten Mal gezeigt wurde er auf der Frühjahrsmesse in Leipzig 1964.

Bei aller Liebe zum Trabi: In der DDR kursierte die Sehnsucht nach einem „richtigen“ Auto. Gemeint waren damit Autos aus dem Westen, der geographisch auch ein Süden oder Ferner Osten sein durfte. Oder zumindest direkte Ableger davon, also Lizenzausführungen, wie sie in der Sowjetunion, Polen und Rumänien gefertigt wurden und von dort in die DDR kamen. Der einheimische Wartburg aus Eisenach galt ja schon als Mittelklasse und genoss vorwiegend Anerkennung, wenngleich auch er ein stinkender Zweitakter war.

Beim Trabant schieden sich die Geister. Die einen liebten ihn abgöttisch, weil er vier Räder, einen Motor und ein Dach hatte. Andere, mit höheren Ansprüchen, verzogen den Mundwinkel, wenn sie nur den Namen hörten, ganz zu schweigen von den Flüchen ob des Zweitaktgeknatters und der Abgasfahne, die nicht mehr Schadstoffe enthielt als damals üblich, aber fürchterlich stank. Insbesondere dann, wenn der Trabi-Fahrer den Choke zu lange gezogen gelassen hatte und eine fürchterliche Ölwolke hinter sich herzog. Und das passierte häufig.

Das Motorkonzept war ein Auslaufmodell

Nüchtern betrachtet, entsprach der neue Trabant 601 in der Gesamtkonzeption dem Zeitgeist. Die Karosserie, flächiger und kantiger als sein Vorgänger, der Trabant 600, war nicht unansehnlich, die Raumaufteilung internationale Bestmarke. Kein Kleinwagen dieser Zeit bot so viel Raum für vier Personen und 415 Liter Gepäck wie der kleine Zwickauer. 415 Liter! Das kann sich auch heute noch mehr als sehen lassen. Eine in der Nachbarschaft, in Meerane gefertigte Kombikarosserie machte aus ihm den 601 Universal, der bis zu 1440 Liter Gepäckraum bot. Gut, der Tank vorn rechts im Motorraum war kein idealer Platz, aber in der Praxis erwies er sich weit weniger gefährlich als in der Theorie. Und dass zum Tanken die Motorhaube geöffnet werden musste, hatte er mit dem VW Käfer ebenso gemeinsam wie die Lage des Benzinhahns im Fußraum des Beifahrers.