
Der neue Nissan Qashqai II ist das Folgemodell des weltweiten Topsellers. Der kompakte Crossover bringt gute Voraussetzungen für einen erneuten Erfolg mit.
Kaum jemand konnte die Modellbezeichnung richtig buchstabieren, als der Nissan Qashqai 2007 auf den Markt kam, aber alle wollten ihn haben: Der Mix aus Limousine und Kombi, gepaart mit erhöhter Sitzposition und einem Schuss Allrad wurde schnell – auch zur Überraschung von Nissan selbst – zum Topseller des japanischen Herstellers. Nach mehr als zwei Millionen verkauften Einheiten weltweit startet jetzt am 15. Februar die zweite Generation des kompakten Crossovers. Schickes Design, ein attraktiver Einstiegspreis von 19.940 Euro, sparsamere Motoren und für die Klasse nicht selbstverständliche Assistenzsysteme sind gute Voraussetzungen, um an die Erfolge des Vorgängers anzuknüpfen. Die verlängerte Version (+2) mit sieben Sitzen wird aber nicht mehr angeboten.
Optisch behutsam renoviert, mit mehr Muskeln und prägnanten Linien, ist der neue Qashqai eindeutig als Mitglied der Nissan-Modellfamilie erkennbar. Die gestreckten Proportionen des 4,38 Meter langen viertürigen SUV (fünf Zentimeter länger, geringfügig breiter und flacher als bisher) lassen ihn sportlicher wirken. Es gibt etwas mehr Kniefreiheit im Fond und einen um 20 auf 430 Liter vergrößerten Gepäckraum. Ein pfiffiges Detail ist der doppelte Ladeboden mit zweigeteiltem, auch vertikal aufstellbarem Raumteiler, unter dem bei Bedarf die Gepäckraumabdeckung platzsparend verschwindet.
Deutlich aufgewertet wurde der Innenraum. Das Cockpit ist zum Fahrer hin orientiert. Es ist übersichtlicher gestaltet, die Materialien sehen wertig aus und fassen sich auch so an. Guten Seitenhalt bieten die neu entwickelten Sitze. Mit Start-Stopp-Automatik, LED-Tagfahrlicht und manueller Klimaanlage ist schon die Basisversion „Visia“ ausgestattet. Die mittlere Ausstattungslinie „Acenta“ (2960 Euro Aufpreis) kommt mit Klimaautomatik, Sitzheizung vorn und Fahrassistenz-Paket, das neben dem autonomen Notbremssystem auch Verkehrszeichenerkennung sowie Fernlicht- und Spurhalteassistent bereithält. Die Topversion Tekna (4550 Euro Aufpreis zu Acenta) verwöhnt mit verbessertem Infotainmentsystem „Nissan Connect“ mit Smartphone-Anbindung und gut ablesbarem, mittig plaziertem 7-Zoll-Touchscreen. Der höchsten Ausstattung vorbehalten ist das 650 Euro teure „360-Grad-Safety-Shield“ mit „Around View Monitor“, Bewegungserkennung, Müdigkeits- und Totwinkel-Warner sowie einem Einpark-Assistenten.
Zum Marktstart stehen drei auf Effizienz getrimmte Motoren zur Wahl. Erstaunlich flott geht der neue 1,2-Liter-Turbobenziner mit 115 PS (85 kW) ans Werk, er verlangt allerdings nach fleißiger Schaltarbeit, und an Steigungen geht ihm schon mal die Puste aus. Den Normverbrauch von 5,6 Liter überboten wir auf der ersten Probefahrt um mehr als zwei Liter. Ende des Jahres wird ihm ein 1,6-Liter-Turbo-Direkteinspritzer mit 163 PS (120 kW) zur Seite gestellt. Sparsamstes Triebwerk ist der 110 PS (81 kW) starke 1,5-Liter-Turbodiesel für mindestens 21 890 Euro mit einem Normverbrauch von nur 3,8 Liter je 100 Kilometer (99 g/km CO2). Rund die Hälfte aller Qashqai-Kunden in Deutschland wird sich nach Einschätzungen der Nissan-Experten für den 1,6-Liter-Turbodiesel mit 130 PS (96 kW) entscheiden. Der Selbstzünder stammt wie der 1,5-Liter-Diesel vom Kooperationspartner Renault und kann mit Sechsgang-Handschaltung (26 900 Euro) oder gegen 1600 Euro Aufpreis mit der neuen X-Tronic-Automatik geordert werden, die komfortabler und leiser arbeitet als frühere CVT-Getriebe. Allradantrieb gibt es nur für den handgeschalteten 1,6-Liter-Diesel zu Preisen von 28 900 Euro an. Der 4×4-Anteil lag bisher bei nur 20 Prozent, sagt Nissan.
Weniger wendig und agil
Wie erste Probefahrten zeigten, lässt sich der Nissan mit der neuen, in zwei Modi einstellbaren Servolenkung wendiger und agiler bewegen, ein Kurvenräuber wird er aber nicht. Das „Chassis-Control-Paket“ nutzt neben ESP zusätzliche Sensoren, um – für die Insassen unmerklich – schon bei niedrigen Geschwindigkeiten Wankbewegungen der Karosserie zu unterdrücken und das Fahrzeug ruhig in der Spur zu halten.
