
Das Infotainmentsystem im Mazda 6 kostet in den beiden gehobenen Ausstattungsvarianten nur 500 Euro. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist exzellent, man kann getrost zugreifen.
Wirklich ausnahmslos jeden Tag haben wir das Navigationssystem im neuen Mazda 6 für die Fahrt zur Arbeit und den abendlichen Weg zurück programmiert. Nicht, weil uns die Strecke unbekannt wäre, sondern allein wegen der geradezu faszinierenden Verkehrsinformationen des elektronischen Kopiloten. Wer verschiedene Routen zur Auswahl hat, etwa die längere über die Autobahn oder die kürzere, „staugefährdete“ auf der Landstraße, wird mit dem Mazda 6 und seiner Tom-Tom-Navigation zum begeisterten Dauernutzer. Die kostenpflichtigen Traffic-Meldungen kommen per Mobilfunk ins Auto und sind eine Wucht. Sie lassen hinsichtlich der Genauigkeit und der Abbildung des realen Verkehrsgeschehens alle Konkurrenzprodukte weit hinter sich.
Das Infotainmentsystem im Mazda 6 kostet in den beiden gehobenen Ausstattungsvarianten „Center Line“ und „Sports Line“ nur 500 Euro. Im Grunde genommen erhält man zwei Anlagen unter einem Dach: Die Tom-Tom-Lösung wurde ergänzt um eine Musikanlage mitsamt Bluetooth-Freisprecher. Natürlich sieht man sofort die Grenzen zwischen zwei unterschiedlichen Bedienkonzepten und den Spagat, den die Entwickler zu absolvieren hatten.
Tom Tom ist mit seinem 15-Zentimeter-Monitor fest eingebaut, und im Unterschied zur Nachrüstlösung gibt es Menütasten an den Seiten sowie eine zweite Bedieneinheit vor der Mittelarmlehne inklusive eines „Multi Commander Dreh-Drückstellers“, wie ihn Mazda nennt. Die Menütasten sind teils doppelt vorhanden, und anfangs überlegt der Finger immer wieder, wohin er nun wandern soll: nach unten zwischen die Vordersitze oder nach vorn zum Bordmonitor. Man muss sich also erst mit dem System anfreunden.
Der Navigator wird wie gehabt mit dem Finger auf dem berührungsempfindlichen Display bedient, hier gibt es auf den ersten Blick keine Unterschiede zu den eigenständigen Tom Toms. Das System bringt alle Vor- und Nachteile der Windschutzscheiben-Kollegen mit. Die Minuspunkte haben wir schon oft beschrieben. Etwa die umständliche Bedienung ob der tief verschachtelten Menüs und die bisweilen haarsträubend missverständlichen Ansagen: „Abbiegung vor Ihnen“, wenn es noch 800 Meter sind. Aber die Verkehrsinformationen entschädigen für diese Umstandskrämerei.
Wer unter Berücksichtigung der aktuellen Verkehrslage vor allen Dingen schnell ans Ziel kommen will, liegt hier genau richtig, muss aber die Mängel bei der Bedienung und den Ansagen in Kauf nehmen. Ärgerlich ist zudem, dass man den Kartenzoom nur temporär verkleinern kann. Jedoch gleicht die Zusatzsteuerung von Mazda mit dem Controller aus: Eine flinke Drehbewegung holt ruck, zuck mehr Übersicht aufs Display.
Der Controller spielt auch in der Telefon- und Musikabteilung die Hauptrolle. Die Menüs von Mazda sind klar strukturiert, werfen keine Fragen auf, und das Gebotene ist ordentliche Mittelklasse. Musikspieler lassen sich mit USB und dem Bluetooth-Protokoll A2DP andocken, Titelinformationen zeigen sich auf dem Bordmonitor, und in der Telefonabteilung gibt es den Zugriff auf Telefonbuch und Anruflisten. Nur schade, dass sämtliche Einträge im Kontaktverzeichnis unabänderlich nach den Vornamen sortiert sind – und eine Detailsuche fehlt. Indes kann man die Sprachbedienung bei der Namenwahl verwenden, sie arbeitet für jeden Kontakt ohne vorheriges Training.
Ein neues Extra ist die Möglichkeit, E-Mail-Nachrichten und SMS vom Smartphone auf die Anzeige des Fahrzeugs zu bringen, was jedoch bei uns mit dem iPhone nicht funktionierte. Insgesamt lohnt sich die Mazda-Anlage in jedem Fall. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist exzellent, man kann getrost zugreifen.
