
Das Citroën DS 3 Cabriolet lässt Wind und Licht ins Innere. Die Emotionen beim Offenfahren schäumen jedoch nicht über. Weniger Cabrio, mehr Fahrspaß lautet die Devise.
Es war kein großer Cabrio-Sommer, der des Jahres 2013. Einem winterlichen Frühling folgte ein von Aprillaunen geprägter Frühsommer und schließlich sengende Sonne mit tropischer Hitze, die das Offenfahren ohne Kopfbedeckung und eingeschaltete Klimaanlage auch nicht zum Genuss machte. Und so blieben während der vergangenen Monate viele Stoffmützen und Stahlkappen ungelupft, bei kühlender Lüftung und beschattetem Innenraum ließen sich die Wege weitaus angenehmer bewältigen.
Da liegt es nahe, sich ein Cabrio zu suchen, das Kompromisse eingeht. Eines, das den Hut nur ein kleines Stückchen zieht und deshalb von manchem als Möchtegern-Cabrio geschmäht wird. Dem Fahrspaß tut dies keinen Abbruch, denn bei Extremwetterlagen ist man mit jenen Halblingen entspannter unterwegs. Das Citroën DS 3 Cabrio gehört zu diesen halboffenen Wagen, die mit einem großen Stoffschiebedach die Sonne in den Innenraum und in die Herzen der Freiluftfreunde scheinen lässt. Die Fensterrahmen bleiben stehen, doch im Gegensatz zum großen Schiebedach lässt sich auch das Heckfenster komplett absenken, so wie beim Fiat 500 C. Das Cabrio-Gefühl ist fast dasselbe.
Sturm heißen die Stoffpolster
18.040 Euro kostet die Basisausführung des Faltdach-Citroën. Für die sehr empfehlenswerte Motorisierung mit dem 156 PS (115 kW) starken Turbobenziner sind 24.060 Euro fällig, das sind 2500 Euro mehr als für die geschlossene Version.
Äußerlich unterscheidet sich die Cabrio-Variante vom geschlossenen DS3 nur marginal. Hauptsächlich am Heck offenbaren sich konstruktive Differenzen, dort, wo eine winzige Kofferraumklappe und die steilere Dachkonstruktion der Faltdachmechanik Rechnung tragen. Im Inneren gleicht das Cabrio seinen Blechdachbrüdern: Viel Zierrat und sportliche Attribute wie das knappe, unten abgeflachte Lenkrad und die mit der kräftigsten Motorisierung kombinierte Komplettausstattung des Niveaus „Sport-Chic“ schaffen den Raum für Wohlgefühl.
Das Platzangebot für die bis zu fünf Passagiere ist anständig. Wer hinten sitzt, muss sich allerdings den Fahrtwind bei geöffnetem Stoffdach heftig um die Nase wehen lassen. Die Verwirbelungen fallen hinter den Kopfstützen der Vordersitze förmlich in den Fond, der kleine Spoiler, der sich an der vorderen Rahmenkante des Verdecks nach dem Öffnen ausrichtet, hat wenig Wirkung.
Sturm heißen die Stoffpolster im DS3 Cabrio bezeichnenderweise, zumindest in der Basisausstattung Chic. In elf Sekunden schiebt sich die textile Haube nach hinten, vorausgesetzt, das Tempo liegt unterhalb von 120 km/h. Wer sie zusätzlich über die vertikale Heckpartie hinweg öffnen möchte, drückt die Taste der elektrischen Betätigung abermals und muss nochmal fünf Sekunden warten, bis das Dach ordentlich gefaltet seine Endposition erreicht hat. Dies versperrt allerdings den Blick über den Rückspiegel zurück fast vollständig. Wohl deshalb gehört die Einparkhilfe hinten beim offenen DS 3 anders als bei den geschlossenen Versionen zur Serienausstattung.
Flinke Zwischenspurts
245 Liter Gepäck passen in den Kofferraum, der damit zu den größten in dieser Klasse gehört. Das ist aber nur auf dem Papier ein gutes Argument zugunsten des DS 3 Cabrios. Um das Ladevolumen auszunutzen, bedarf es einiger Mühen, denn die nur 27 Zentimeter in der Höhe messende Kofferraumklappe erschwert das Beladen erheblich. Größere Koffer müssen draußen bleiben, nützlich sind kleine und weiche Taschen, die sich bis in die Ecken des Gepäckabteils schieben lassen. Die knappen Ladeklappenmaße korrespondieren andererseits mit der Gewichtseinschränkung bei der Zuladung. Nur 369 Kilogramm sind erlaubt, bevor das zulässige Gesamtgewicht von 1250 Kilogramm überschritten wird.
Der Motor hat mit dem Gewicht dagegen keine Schwierigkeiten. Das 1,6 Liter große Vierzylinder-Triebwerk (vom Mutterkonzern PSA gemeinsam mit BMW entwickelt) liefert 240 Newtonmeter Drehmoment als Spitzenwert, schon bei 1400 Umdrehungen in der Minute liegt es an. Das macht das stärkste DS 3 Cabrio munter, in 7,4 Sekunden beschleunigt es den frontgetriebenen Wagen über ein leicht und genau zu schaltendes Sechsganggetriebe von 0 auf 100 km/h, 210 km/h werden als Höchstgeschwindigkeit angegeben. Das ist vollkommen ausreichend, um in allen Verkehrssituationen weit vorne dabei zu sein. Flinke Zwischenspurts verkürzen Überholvorgänge und erleichtern das Einfädeln auf dem Beschleunigungsstreifen. Das Geräuschniveau bei Fahrten mit geschlossenem Dach ist allerdings trotz erheblicher Bemühungen mit dem Faltverdeck bei schneller Fahrt eher hoch, gut, dass die serienmäßige Audioanlage mit kräftigem Basslautsprecher und brillantem Klang da mithalten kann.
Gesteigerter Fahrspaß
Besonders genügsam ist der Vierzylinder nicht. 5,9 Liter verbraucht er nach Normmessung auf 100 Kilometer, was einer CO2-Emission von 137 g/km entspricht. In der Praxis steht jedoch schnell eine 7 vor dem Komma, eilig zurückgelegte Autobahnfahrten führen gar zu 8,1 Liter Spritverbrauch auf 100 Kilometer. Der Durchschnitt von 7,4 Liter Treibstoff auf 100 Kilometer über eine Distanz von rund 1900 Kilometer ist für einen Kleinwagen nicht unbedingt als sparsam einzustufen.
Ausstattung und Preis halten jedoch gemeinsam mit den ansprechenden Fahrleistungen Balance. Zwar ist der Citroën jetzt weniger Cabrio, doch der Vorgänger Pluriel, der sich gänzlich entblättern konnte, war weniger solide konstruiert. Die feststehenden Fenstersäulen und -holme geben der Karosserie deutlich mehr Steifigkeit. Und das steigert den Fahrspaß ebenso wie die Langlebigkeit des ein bisschen offenen Citroën.
