Der Krieg geht weiter: Tote und Verletzte bei Anschlag auf Geheimdienstbasis in Afghanistan

Published 18/05/2020 in Ausland, Politik

Der Krieg geht weiter: Tote und Verletzte bei Anschlag auf Geheimdienstbasis in Afghanistan
Bewaffnete Kräfte der afghanischen Regierung sichern die Straße nach Ghazni nach dem Anschlag auf die dortige Geheimdienstbasis.

Im Osten Afghanistans sind bei einem Angriff auf einen Stützpunkt des Inlandsgeheimdienstes mindestens sieben Menschen getötet und etwa 40 verwundet worden. Ein Attentäter sprengte am frühen Morgen bei dem Stützpunkt in der Hauptstadt der Provinz Ghasni ein gestohlenes Militärfahrzeug in die Luft, wie ein Provinzsprecher am Montag mitteilte. In der gleichen Provinz erschossen laut Innenministerium die Taliban am Sonntag zwei Polizisten und drei Zivilisten in ihrem Fahrzeug und verbrannten danach ihre Leichen.

Die Taliban bekannten sich zu der Attacke. Der Angriff erfolgte einen Tag, nachdem die politische Elite in Afghanistan ihren innenpolitischen Streit beigelegt hatte. In der vergangenen Woche hatte Präsident Aschraf Ghani nach schweren Anschlägen auf Zivilisten abermals Offensiven gegen Terrorgruppen angekündigt. Wegen geplanter Friedensgespräche blieb die afghanische Armee seit Ende Februar eher in der Defensive. Die Taliban bezeichneten Ghanis Ankündigung als „Kriegserklärung“.

Der geschäftsführende Innenminister, Massud Andarabi, äußerte am Montag die Hoffnung, dass die Taliban weiter an geplanten innerafghanischen Friedensverhandlungen festhielten. „Wir kämpfen nur für den Frieden“, sagte Andarabi während einer Pressekonferenz. Der Chef des Inlandsgeheimdienstes warf den Taliban eine weitere Eskalation vor. „Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich die Führung der Taliban dem Frieden verpflichtet fühlt“, sagte Ahmad Sia Saradsch.

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