Irak: Rakete nahe amerikanischer Botschaft in Bagdad eingeschlagen

Published 19/05/2020 in Ausland, Politik

Irak: Rakete nahe amerikanischer Botschaft in Bagdad eingeschlagen
Bagdad im Irak

Nahe der amerikanischen Botschaft in Bagdad ist eine Rakete eingeschlagen. Bei dem Angriff am frühen Dienstagmorgen sei niemand verletzt worden, teilten Sicherheitskreise der Nachrichtenagentur AFP mit. Es handelte sich um den ersten Raketenangriff auf die sogenannte Grüne Zone der irakischen Hauptstadt seit mehreren Wochen. In dem stark abgesicherten Viertel haben viele Botschaften und internationale Organisationen ihren Sitz.

Zu dem Angriff bekannte sich niemand. Die amerikanische Regierung hatte in der Vergangenheit stets pro-iranische Milizen für die Raketenangriffe auf die Grüne Zone verantwortlich gemacht. Zwischen Oktober und März hatte es mehr als zwei Dutzend Raketenangriffe auf die Grüne Zone und amerikanische Einrichtungen in anderen Teilen des Irak gegeben.

Angriff auf Tadschi Anfang März

Bei einem Angriff Anfang März auf den von den Vereinigten Staaten und Großbritannien genutzten Militärstützpunkt Tadschi nördlich von Bagdad wurden zwei Amerikaner und eine britische Soldatin getötet.

Die Situation im Irak und der gesamten Region hatte sich besonders in den Wochen nach der gezielten Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani bei einem Drohnenangriff in Bagdad verschärft. Die Attacke, bei der auch der irakische Milizenführer Abu Mahdi al-Muhandis getötet wurde, brachte die Vereinigten Staaten und Iran an den Rand eines Krieges. Sie belastete auch die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Irak.

Das irakische Parlament forderte damals den Abzug aller amerikanischen Truppen aus dem Land. Der Parlamentsbeschluss hatte bislang aber keine konkreten Konsequenzen. Unter dem neuen Ministerpräsidenten Mustafa Kadhemi, der sein Amt Anfang Mai angetreten hatte, hofft Washington auf eine Verbesserung der Beziehungen zu Bagdad.

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