
Anleger scheinen den Wert von Gold als sicherer Hafen in Krisenzeiten wieder mehr zu schätzen. Seit dem Jahrestief Mitte März ist der Preis inzwischen wieder um rund 18 Prozent gestiegen, auch wenn die Notierungen durch die nachlassende Risikoaversion zuletzt etwas nachgegeben haben. Aktuell kostet die Feinunze (31,1 Gramm) rund 1720 Dollar.
Das Interesse der Anleger zeigt sich nicht nur in der Nachfrage nach physischem Gold, sondern auch in den Zuflüssen zu mit Gold unterlegten Indexfonds (ETF). Nach Angaben des Branchenverbandes Word Gold Council haben diese Fonds im April den sechsten Monat in Folge deutliche Mittelzuflüsse verzeichnet.
Dabei seien ihnen auf der Welt 170 Tonnen Gold oder netto 9,3 Milliarden Dollar (rund 8,6 Milliarden Euro), zugeflossen – ein Plus von 5,1 Prozent. Infolgedessen seien die Goldbestände der Fonds auf ein Rekordhoch von 3355 Tonnen gewachsen und die in diese Fonds investierten Mittel auf einen Höchstwert von 184 Milliarden Dollar (plus 5,8 Prozent) gestiegen.
Gold
- 1T
- 1W
- 3M
- 1J
- 3J
- 5J
Die Fachleute führen dies vor allem auf die Unsicherheit rund um die sozialen und wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus und umfangreiche Interventionen der Notenbanken zurück. Dabei hätten Fonds überall Zuflüsse verzeichnet, am deutlichsten aber in den Vereinigten Staaten, wo diese häufig stärker mit der Preisentwicklung zusammenhingen als anderswo.
Während nordamerikanischen Fonds demnach im April 144 Tonnen an Gold zugeflossen sind, waren es in Europa 20 Tonnen. Mit 1700 Dollar zum Ende eines Monats sei zudem das höchste Niveau des Goldpreises seit dem Jahr 2012 erreicht worden, heißt es. Doch noch immer lägen die Notierungen gemessen in Dollar 10 Prozent unterhalb des historischen Höchstwerts, während der Goldpreis in anderen großen Währungen schon neue Rekorde verzeichnet habe.
