
Krisen sind Ausnahmesituationen und fördern außergewöhnliches Verhalten zutage, derzeit gut zu beobachten an den Konsumenten in Deutschland. Plötzlich ist es offenbar nicht mehr nur ein Hipster-Trend, sondern Pflichtprogramm in vielen Haushalten, eigenes Brot zu backen – zumindest lassen die leergefegten Hefe-Regale darauf schließen.
Und auch die Zahl der Bio-Fans ist über Nacht explodiert. Doch der Schein trügt: Vergangene Krisen haben gezeigt, dass die Begeisterung für ökologische Lebensmittel genauso schnell verfliegt, wie sie gekommen ist und sich Deutschland danach wieder auf seinen mickrigen Bio-Anteil von knapp über 5 Prozent zurückzieht.
Die Landwirte haben also allen Grund zur Skepsis: So volatil die Launen der Konsumenten sind, so planungsintensiv und teuer ist der Wechsel von konventioneller zu ökologischer Landwirtschaft.
Verfrüht sind deshalb auch Warnungen, ein zu hoher Öko-Anteil schade dem Klima – so weit sind wir längst noch nicht. Die Konsumenten aber können jetzt zeigen, wie ernst sie es mit ihrem schon vor Corona postulierten Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit wirklich meinen.
