
Private Equity ist eine Domäne großer Vermögen. Wer weniger als 200.000 Euro anlegen wollte, musste, um anlegen zu können, meist Umwege in Kauf nehmen. Zudem war das Geld auf Jahre hinaus fest gebunden. Doch die Branche scheint sich mehr und mehr mit kleineren Beträgen anzufreunden, und Anlegern auch in puncto Kapitalbindung entgegenzukommen.
Die britische Fondsgesellschaft Schroders legt jetzt einen „liquiden Private-Equity-Fonds“ auf. Anteile am „Schroder GAIA II Specialist Private Equity“ sollen einmal im Monat gezeichnet und vierteljährlich zurückgegeben werden können. Zudem soll die Mindestanlagesumme nur noch 50.000 Dollar betragen. „Private-Equity-Investments waren in der Vergangenheit für die weit überwiegende Mehrheit der Anleger nicht zugänglich und großen institutionellen Investoren vorbehalten“, sagt Rainer Ender, der Schroder Adveq, das auf Private Equity spezialisierte Team der Gesellschaft, leitet. „Mit der Auflegung des ,Schroder GAIA II Specialist Private Equity‘-Fonds erhält nun ein größerer Kreis von Anlegern Zugang zu dieser zunehmend bedeutenden Anlageklasse.“
Kleine bis mittlere Übernahmen
Schroder Adveq wird auch den neuen Fonds verwalten. Dieser soll schwerpunktmäßig in Übernahmen kleinerer bis mittelgroßer Unternehmen in Europa und den Vereinigten Staaten investieren, deren Wert in der Regel weniger als 250 Millionen Dollar betragen soll. Darüber hinaus kann das Management auch in asiatische Unternehmen anlegen, „die von langfristigen Trends profitieren dürften“, etwa der zunehmenden Binnennachfrage in China und Indien.
Schroders hatte Adveq im Jahr 2017 übernommen und 2019 die Immobilien-Boutique Blue Asset sowie Secquaero zugekauft, das auf versicherungsgebundene Wertpapiere spezialisiert ist. Die Briten verwalten damit mittlerweile 52 Milliarden Euro an privaten Vermögenswerten und sogenannten alternativen Anlagen. Neben den vorgenannten Anlageklassen gehören dazu auch Infrastrukturfinanzierung und forderungsbesicherte Anleihen.
