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F.A.Z. exklusiv: Aktienkurs von Hapag-Lloyd ruft Bafin auf den Plan

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Containerschiff von Hapag-Lloyd

Die Kursentwicklung der Aktie von Hapag-Lloyd gibt Anlegern und Marktbeobachtern Rätsel auf. Am Mittwoch setzten die Anteilsscheine der Reederei aus Hamburg ihren steilen Anstieg fort und legten um 13,5 Prozent auf 166 Euro zu. Seit Anfang April ist der Wert damit um rund 170 Prozent in die Höhe geschnellt, obwohl die Corona-Krise die Schifffahrt massiv belastet und andere Branchenwerte wie A. P. Moller-Maersk aus Dänemark keine vergleichbare Entwicklung zeigen. Wie eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) auf Anfrage der F.A.Z. mitteilte, wollen sich die Fachleute der Wertpapieraufsicht die Kurs- und Umsatzentwicklung der Hapag-Lloyd-Aktie „routinemäßig ansehen“.

Sie betonte, das sei ein „allererster Schritt“, um einen möglichen Marktmissbrauch zu identifizieren. „Finden wir in unseren Analysen Anhaltspunkte für Insidergeschäfte oder Manipulationen, starten wir eine Untersuchung.“

Der Vorstandsvorsitzende von Hapag-Lloyd, Rolf Habben Jansen, hatte im Interview mit der F.A.Z. zu Beginn der Woche durchblicken lassen, dass die Kursentwicklung ihn ratlos macht. „Ich wüsste gerne, was da los ist. Aber ich habe ehrlich gesagt keine Erklärung“, sagte er. Fakt ist, dass der Anteil der Aktien im Streubesitz nach jüngsten Zukäufen zweier Großaktionäre, des Logistikunternehmers Klaus-Michael Kühne und der chilenischen Unternehmerfamilie Luksic, nur noch 3,6 Prozent beträgt, was den Titel anfällig für Schwankungen macht.