Nach Ansicht von de Berranger haben sich die Akteure an den Finanzmärkten in den vergangenen Wochen stark auf die Maßnahmen der Zentralbanken und der Regierungen fokussiert. Er hält es jedoch für wahrscheinlich, dass sich „letzten Endes der gesundheitliche Aspekt der Pandemie als entscheidender Faktor herausstellt“. Allerdings zeigt sich aktuell, dass dieser Aspekt nur schwer eingeschätzt werden kann.
Viele Investoren hoffen wohl wieder einmal auf positive Impulse aus Amerika für den Aktienmarkt. Doch von dort könnten eher andere Impulse kommen. Denn in der größten Volkswirtschaft der Welt sind 22 Millionen Menschen arbeitslos. Das heißt, selbst wenn diese in den kommenden Monaten wieder in den Job zurückkehren werden, dürften diese Menschen nicht als erstes an den Konsum denken. Dieser ist aber gerade für die amerikanische Wirtschaft die wichtigste Säule.
Anleger brauchen Durchhaltevermögen
Generell dürfte die Coronakrise die Märkte mit ihren Auswirkungen deutlich länger beschäftigen, als mancher Teilnehmer das erwartet und erhofft hat, analysiert Winkler: „Anleger werden zumindest in diesem Jahr Durchhaltevermögen aufbringen müssen. Momentan kommen nur ausgesuchte Sondersituationen als Kaufgelegenheit in Frage“. Dagegen werden sich attraktive Investitionsmöglichkeiten in der Breite erst wieder auf ermäßigtem Kursniveau bieten, so der Experte von der St.Galler Kantonalbank.
Letztlich können Aktienanleger mit langfristigem Horizont und die seit Anfang März in ihrem Depot keine Veränderungen vorgenommen haben, unverändert ruhig bleiben. Denn in der anhaltenden Pandemie-Krise hat sich die Strategie des Durchhaltens bewährt: „Anleger, die etwa nach einem Minus von 20 Prozent verkauft haben, stehen heute schlechter da als diejenigen, die investiert geblieben sind“, kommentiert Swen Köster von der Fondsgesellschaft Moventum.
Letztlich sind und bleiben Aktien eine langfristige Geldanlage und der alte Spruch von Star-Investor Warren Buffett „Eine Aktie, die man nicht 10 Jahre zu halten bereit ist, darf man auch nicht 10 Minuten besitzen“, hat unverändert Bestand. Auch oder gerade in Krisenzeiten.

