Politik

Corona-Pandemie in Amerika: Mehr als 5 Millionen neue Arbeitslose in einer Woche

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Besonders betroffen: New York

Die dramatischen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie haben abermals Millionen Amerikaner ihre Stelle gekostet. 5,245 Millionen Menschen stellten in den Vereinigten Staaten in der vergangenen Woche einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe, wie das amerikanische Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Zuvor befragte Fachleute hatten im Schnitt mit etwas weniger Betroffenen gerechnet. Zusammengerechnet sind nun mehr als 22 Millionen Amerikaner in in den zurückliegenden vier Wochen arbeitslos geworden.

Die Erstanträge gelten als Echtzeitindikator der wirtschaftlichen Lage, da sie mit einer Verzögerung von nur einer Woche veröffentlicht werden. „Der Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität ist atemberaubend“, sagte Chefökonom Joel Naroff vom Beratungshaus Naroff Economics. Volkswirte schätzen, dass die Wirtschaftsleistung der weltgrößte Volkswirtschaft der Welt im ersten Jahresviertel um beinahe 11 Prozent geschrumpft sein könnte. Das wäre der stärksten Rückgang seit dem Jahr 1947.

Die neuen Arbeitslosenzahlen folgen auf schlechte Konjunkturnachrichten in den vergangenen Tagen. Schon am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Umsätze der Einzelhändler in den Vereinigten Staaten im März in Rekordtempo sanken, während die Industrie ihre Produktion so kräftig drosselte wie seit dem Jahr 1946 nicht mehr.

„Die Wirtschaft befindet sich fast im freien Fall“, sagte Sung Won Sohn, Professor für Betriebswirtschaft an der Loyola Marymount University in Los Angeles: „Wir werden den Tiefpunkt erst sehen, wenn sich die Infektionsraten stabilisieren.“

Die Fachleute des Internationalen Währungsfonds hatten gerade in ihrem neuen düsteren Ausblick für die Weltwirtschaft die schlimmste Krise seit der Großen Depression prognostiziert. Sie rechnen damit, dass alleine die amerikanische Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um beinahe 6 Prozent schrumpft, die deutsche um 7 Prozent.

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank Christine Lagarde rechnet infolge der Pandemie mit einem schweren Konjunktureinbruch in der Währungsunion. Jüngste Daten wiesen auf einen kräftigen Rückgang der Wirtschaftsleistung und sich rapide verschlechternde Arbeitsmärkte hin, teilte Lagarde am Donnerstag in einer Erklärung zur Frühjahrstagung von IWF und Weltbank mit. „Die Unsicherheit ist deutlich gestiegen und wird hoch bleiben“, warnte sie.

Das mache es „extrem schwierig, das wahrscheinliche Ausmaß und die Dauer der bevorstehenden Rezession und der nachfolgenden Erholung vorauszusagen“. Das Frühjahrstreffen wird diesmal wegen der Virus-Pandemie mittels Videokonferenzen abgehalten.