
Einige Zeit hielt der Frieden: Allerorten Geschichten von Schülern, die sich fleißig über Hausaufgaben auf Tablets beugen, und Lehrern, die an neuen Lernformaten tüfteln und versuchen, jedem aus der Klasse gerecht zu werden.
Jetzt aber, wo die Schulen schrittweise wieder öffnen, ist es mit der Harmonie vorbei. Die Schule ist wieder zu dem politischen Kampfplatz geworden, die sie vor der Pandemie seit Jahrzehnten war. Die Politik will Stück für Stück zurück in eine „neue Normalität“, und dafür gibt es kein besseres Symbol als die geöffneten Türen einer Schule.
Doch dazu gehört mehr, als nur dreimal laut „Hygienekonzept“ zu sagen. In der Corona-Krise fällt es allen schwer, Aussagen zu treffen, die auch eine Woche später noch gültig sind. Gleichwohl war die Wiedereröffnung der Schulen absehbar. Die Informationspolitik einiger übergeordneter Behörden und Ministerien gegenüber den Schulen kann da nur als Frechheit bezeichnet werden.
