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Sollte sich der Verdacht erhärten, war es kein kleiner Fisch, der den Ukrainern hier ins Netz gegangen ist. Seit 2014 hat Schajtanow laut SBU „im Auftrag der Geheimdienste Russlands Terrorakte auf dem Gebiet der Ukraine geplant“. Dafür habe ihm der Vertreter des FSB eine Belohnung in Höhe von 200.000 Dollar und einen russischen Pass versprochen. Als Ausführenden habe General Schajtanow dann wiederum einen ehemaligen Angehörigen der Spezialkräfte der Ukraine angeworben, der hier nur mit „N.“ gekennzeichnet wird.
Konkret bringen die Ermittler die beiden mit Anschlagsplänen gegen Adam Osmajew in Verbindung, einen Veteranen der Tschetschenienkriege in Russland, der 2014 auch in der Ostukraine wieder gegen russische und prorussische Kämpfer in den Kampf zog. 2017 war Osmajew in der Nähe von Kiew während einer Autofahrt beschossen worden- der Fall sorgte für Aufsehen, er selbst wurde damals verletzt, seine Frau kam ums Leben. Ende 2019 dann soll Osmajew ins Visier der beiden nun überführten Verdächtigen gerückt sein.
Anklage lautet auf Hochverrat und Terrorakte
Diesen Vorwurf sehen die Ermittler durch im Film zu hörende Gesprächsmitschnitte aus Frankreich belegt. Darin sagt die Stimme, die N. zugeordnet wird: „Ich will genau verstehen, was konkret zu tun ist.“ Der russische Oberst antwortet: „Ihn in die ewigen Jagdgründe schicken.“ Darauf N.: „Liquidieren?“ Der Oberst: „Warte mal, nein, dieses Wort werden wir nicht verwenden.“
Außerdem wird Schajtanow verdächtigt, Informationen über Operationen im Kriegsgebiet in der Ostukraine und wichtige Interna des SBU an Russland weitergegeben zu haben. Solche Informationen hätten es der Gegenseite unter anderem erleichtert, ukrainische Soldaten als Gefangene zu nehmen. Auf die für Schajtanow erwarteten Anklagepunkte Hochverrat und Terrorakte stehen langjährige Haftstrafen.
Schajtanow, 1963 in Russland geboren, soll dort eine Armeehochschule absolviert haben. Seit wann er in der Ukraine lebte, ist unklar- jedenfalls soll er Anfang 2014 als Oberst der Alpha-Truppe angeheuert haben, damals unter dem russlandfreundlichen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Er soll damals eine Einheit befehligt haben, die an den Angriffen auf die proeuropäischen Demonstranten auf dem Kiewer Majdan beteiligt war. Damals kamen viele Menschen ums Leben. Als Janukowitsch nach Russland floh und so den Machtwechsel ermöglichte, soll fast ein Drittel der gesamten Alpha-Truppe den Dienst quittiert habe.

