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Corona-Fälle in Russland: „Wir sind eher am Fuße dieses Gipfels, nicht einmal in der Mitte“

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In Moskau wird am Donnerstag ein Krankenwagen desinfiziert.

In Moskau wächst im Kampf gegen das neuartige Coronavirus die Anspannung. Die Zahl der damit infizierten Personen habe sich innerhalb der vergangenen Woche verdoppelt, daher arbeite die medizinische Versorgung „an der Grenze“, teilte die stellvertretende Bürgermeisterin Anastassija Rakowa am Freitag mit. In der russischen Hauptstadt werden nach offiziellen Angaben 6500 mit dem Virus Infizierte behandelt, von denen 85 Prozent eine Lungenentzündung haben.

Bürgermeister Sergej Sobjanin sagte, der „Peak“ der Coronavirus-Infektionswille sei noch nicht erreicht: „Wir sind eher am Fuße dieses Gipfels, nicht einmal in der Mitte.“ Sobjanin fügte hinzu, „uns stehen ernste Prüfungen bevor“, und hob die Notwendigkeit hervor, sich an das in Moskau wie auch in den meisten Teilen des übrigen Landes verhängte „häusliche Regime der Selbstisolierung“ zu halten. Dabei handelt es sich um eine faktische Ausgangssperre mit wenigen Ausnahmen wie für Einkäufe, über deren Einhaltung die Sicherheitskräfte bei Strafen wachen. Mittlerweile werden Verstöße gegen die „Selbstisolierung“ mit Bußgeldern von umgerechnet 185 Euro geahndet. Sobjanin wollte noch am Freitag die Einführung von online zu beantragenden Ausgangserlaubnissen verkünden.

Insgesamt sind in Russland bisher offiziell 11.917 Personen mit dem Virus infiziert, 795 sollen genesen, 94 gestorben sein. In den vergangenen Tagen war die Zahl der Infizierten rasch und jeweils vierstellig gestiegen. Präsident Wladimir Putin hat gerade angeordnet, Studenten und Dozenten medizinischer Hochschulen in den Kampf gegen das Coronavirus einzubeziehen. Hintergrund ist, dass schon jetzt Personalmangel droht. Die Zeitung „Wedomosti“ berichtete am Donnerstag, im staatlichen russischen Gesundheitssystem sei nach Kürzungen der vergangenen Jahre ein Mangel an Ärzten, Schutzmitteln, Betten, Beatmungsgeräten, Tests und Medikamenten zu erwarten.