
Papst Franziskus hat in seiner Osterbotschaft zu einem Schuldenerlass für arme Staaten wegen der Corona-Krise aufgerufen. In seiner erstmals im Internet übertragenen Ostermesse bekräftigte der Papst zudem seine Forderung nach einem sofortigen weltweiten Waffenstillstand. Von den Europäern forderte er „Solidarität“ in der Krise und das Einschlagen „neuer Wege“.
Arme Länder seien kaum gerüstet, um sich gegen die Coronavirus-Pandemie zu stemmen, sagte der Papst. „Alle Länder sollten in die Lage versetzt werden, die notwendigsten Maßnahmen zu treffen, indem die Schulden, welche die Bilanzen der ärmsten Länder belasten, teilweise oder sogar ganz erlassen werden“, forderte er. Auch internationale Sanktionen müssten jetzt gelockert werden. Die aktuellen Zeiten erlaubten „keinen Egoismus“, betonte Franziskus weiter.
Die Europäer rief Franziskus zur Solidarität auf. Die EU stehe vor einer „epochalen Herausforderung“, von der nicht nur ihre eigene Zukunft, sondern „die der ganzen Welt“ abhänge. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe Europa neu erstehen können, weil ein „konkret spürbarer Geist der Solidarität“ es ermöglicht habe, „die Rivalitäten der Vergangenheit zu überwinden“, rief der Papst in Erinnerung. Umso dringender sei es „unter den heutigen Umständen, dass diese Rivalitäten nicht wieder aufleben“. Alle europäischen Staaten müssten sich „als Teil einer Familie erkennen“.
