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Corona-Auflagen: Ministerpräsidenten warnen vor zu früher Lockerung

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Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ihr Amtskollege in Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) haben vor einer verfrühten Lockerung der strengen Corona-Schutzmaßnahmen gewarnt. Für sie stehe „der Schutz der Bevölkerung an erster Stelle“, sagte Dreyer der „Süddeutschen Zeitung“.

Ihre Regierung bereite mit Fachleuten aus Gesundheit, Wirtschaft und Bildung zwar Szenarien für eine allmähliche Rückkehr zur Normalität vor. Dreyer betonte aber: „Denkbare Lockerungen können nur mit einer großen Hygiene-Offensive einhergehen. Wir alle müssen uns darauf einstellen: Unser Alltag wird noch lange von Abstandsregeln und hohen Hygienestandards bestimmt werden.“

„Ein zweiter Shutdown wäre schwer zu verkraften“

Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sieht die Gefahr, mit einer zu schnellen Lockerung eine zweite Welle der Pandemie zu riskieren, die abermalige Einschnitte erzwingen könnte. „Ein zweiter Shutdown wäre wirtschaftlich und auch gesellschaftlich schwer zu verkraften“, sagte Kretschmann der „SZ“.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mahnte ebenfalls zur Geduld. „Erst wenn sich die Situation deutlich und nachhaltig verbessert, werden wir die Schublade mit den sukzessiven Ausstiegsplänen ziehen“, sagte Woidke der Zeitung. „Sicher ist: Wir werden nicht von null auf hundert schalten.“

Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier warnte vor voreiligen Schritten. „Wir sehen einen ersten Silberstreif am Horizont, denn die
Zahl der Neuinfektionen nimmt nicht mehr so stark zu“, sagte der CDU-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“. Das sei der großen Disziplin der Bürger zu verdanken. „Wenn wir aber die Beschränkungen zu früh lockern oder aufheben, waren all diese Opfer möglicherweise umsonst.“

Bundeskanzlerin Merkel (CDU) hatte die Bürger am Donnerstag zum Einhalten der Corona-Auflagen über die Ostertage aufgerufen. „Wir dürfen jetzt nicht leichtsinnig sein“, mahnte sie. „Wir müssen konzentriert bleiben, die Lage ist fragil.“

Über die nächste Phase des Kampfs gegen das Virus will Merkel am Mittwoch mit den Ministerpräsidenten der Länder beraten. Dann soll es auch um die Frage gehen, wie es mit den bislang bis zum 19. April befristeten Maßnahmen weitergeht. Eine Lockerung werde „nur in kleinen Schritten“ erfolgen können, sagte Merkel. „Wir müssen immer wieder die Folgen beachten.“