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Corona in Deutschland: Zum ersten Mal ein Silberstreif am Horizont

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Das Unnormale als Zeichen der Normalität? Der Mundschutz wird zur Glaubensfrage darüber, was in der Zeit nach den Kontaktverboten angebracht ist. Hier ein frisches Graffito aus Magdeburg, das wohl den 1689 gestorbenen Physiker Otto von Guericke zeigen soll.

Zum ersten Mal seit Wochen ist ein Silberstreif am Horizont zu sehen: Die drastischen Beschränkungen des Lebens in Deutschland, die am 22. März beschlossen wurden, zeigten messbare Wirkungen, sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, am Freitag. Messbar deshalb, weil die „Reproduktionszahl“ der Corona-Epidemie auf eins gesunken ist – ein Infizierter steckt im Durchschnitt nur noch einen einzigen Menschen an.

Entsprechend verlängert sich der Zeitraum, in dem sich die Zahl der Infizierten verdoppelt. Die zehn Tage, die von der Regierung vorgegeben wurden, dürften bald erreicht sein. Doch damit beginnt auch schon das große Aber.

Denn es gibt nach wie vor große Unterschiede in Deutschland. In Bayern sieht es ganz anders aus als in Niedersachsen, und in München anders als in Schwerin. Das zweite große Aber bezieht sich auf die Methoden, die unterstützen und stabilisieren, was jetzt eingeleitet wurde. Es sind zwar Erfolge zu verzeichnen, aber sie sind hinfällig, wenn jetzt so getan würde, als sei das Schlimmste schon vorbei. Darauf beziehen sich Äußerungen wie die des Berliner Gesundheitssenators, dass der Corona-Zustand Deutschlands wohl bis Jahresende dauern werde.

Der Mundschutz ist zu einer Art Glaubensfrage geworden

Die Frage ist, wie dieser Zustand schon viel früher wieder ein öffentliches und wirtschaftliches Leben zulässt. Wann kehrt wenigstens wieder ein Stückchen Normalität ein? Der Mundschutz ist dabei fast schon zu einer Art Glaubensfrage darüber geworden, was für die Zeit nach den strikten Kontaktverboten „normal“ zu sein hat.