
Anthony Fauci, der Leiter des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten und einer der wichtigsten Berater des amerikanischen Präsidenten in der Corona-Krise, bekommt einen eigenen Personenschutz. Wie die „Washington Post“ am Donnerstag berichtete, ist der Schritt notwendig, weil Fauci in den vergangenen Tagen eine erhöhte Anzahl von Drohungen erhalten habe. Das genaue Ausmaß sei jedoch unbekannt.
Fauci ist für viele Amerikaner das Gesicht der Reaktion auf die Pandemie. Oft begleitet er Donald Trump zu dessen täglichen Pressekonferenzen und erläutert, wie die Regierung die Lage einschätzt. Trumps Ankündigung, die Vorsichtsmaßnahmen der Kontaktbeschränkung bis zum 30. April zu verlängern, wird von vielen Beobachtern Faucis Wirken zugeschrieben. Trump hatte noch vor anderthalb Wochen gesagt, er würde sich freuen, zu Ostern „rappelvolle Kirchen“ zu sehen.
Gerade dieses Wirken bringt dem Epidemiologen, der seit 1984 amerikanische Präsidenten berät, aber auch Kritik ein. Rechte Verschwörungstheoretiker sehen in Fauci einen Vertreter des „tiefen Staats“, der versuche, Donald Trumps Chancen auf eine Wiederwahl bei der Präsidentenwahl im November zu untergraben. Dabei stützen sie sich einerseits auf eine Szene aus einer Pressekonferenz. Trump hatte das amerikanische Außenministerium als „Deep State Department“ bezeichnet. Fauci senkte in diesem Moment den Kopf und fasste sich an die Stirn. Seinen Kritikern ist das Beleg genug, dass er versuche, Trump zu schaden.
