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Kommunen in der Corona-Krise: Bürgermeister fordern mehr Unterstützung

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Nichts geht mehr: gesperrter Grenzübergang zwischen dem Schweizer Ort Riehen und Weil am Rhein auf deutscher Seite

Eine Eisdiele kann in Zeiten von Corona von heute auf morgen schließen. Eine Gemeinde kann das nicht. Sie muss weiter funktionieren. Die Verwaltung muss das Räderwerk weiter am Laufen halten – egal, ob in der Stadt 500 oder 500.000 Personen leben. Krisenpläne müssen entwickelt werden. Auch das Bürgerbüro muss zumindest stundenweise geöffnet sein. Der Betrieb in den Stadtwerken muss sowieso weiterlaufen.

„Ich habe ein sehr motiviertes Team“, sagt Wolfgang Dietz, seit 20 Jahren Bürgermeister in Weil am Rhein. „Aber dieser Tage geht keiner leichten Herzens vor die Tür.“ Dietz ist seit 20 Jahren Bürgermeister im südwestlichsten Zipfel der Republik, am Dreiländereck aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich. Der CDU-Politiker hat schon viel gesehen und viel erlebt. Aber die Corona-Pandemie stellt auch ihn und seine Mitarbeiter vor enorme Herausforderungen. „Es ist ein Charaktertest für uns alle“, sagt er.

In dieser schweren Situation fühlen sich nicht alle ausreichend unterstützt – auch die Bürgermeister, die vor Ort auf die Einhaltung von Anweisungen achten, und irgendwann auch wieder das öffentliche Leben hochfahren müssen. Es geht zunächst einmal ums Geld: 50 Prozent aller Bürgermeister fordern mehr finanzielle Unterstützung vom Bund und den Ländern für die Kommunen. Denn die Kommunen, dieses Gefühl haben viele, wurden bei all den Rettungsschirmen und Maßnahmenpaketen, die nun aufgespannt und geschnürt werden, vergessen.