Ausland

Lehren aus der Corona-Krise: Von Seoul lernen?

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Südkorea setzt in der Eindämmung des Coronavirus stark auf die Auswertung von Handy-Daten

Südkorea macht in der Pandemie positive Schlagzeilen. Für das von Skandalen gebeutelte Land ist das ungewohnt. 2014 sank die Fähre Sewol mit mehr als dreihundert Todesopfern und legte ein erschreckendes Versagen von Bürokratie und Regierung offen. 2015 erwischte Südkorea das Mers-Virus mit der global zweithöchsten Todeszahl. 2016 bis 2018 wurde Präsidentin Park Geun-hye abgesetzt und wegen Korruption verurteilt. Jetzt aber gilt Südkorea vielen als Modell, wie demokratische Länder das Virus Sars-CoV-2 bekämpfen sollten.

Dem Land ist es gelungen, den drastischen Zuwachs der Infektionen zumindest abzuflachen. Ende Februar gab es mehr als 800 Infektionen am Tag, zuletzt waren es nur noch hundert. Mit zuletzt 9500 Infektionen und 144 Toten steht Südkorea weit besser da als vergleichbare Staaten im Westen. Anders als China und der Westen wählte das Land einen Weg, der sich mit Offenheit, Transparenz und Kontrolle beschreiben lässt. Weniger Menschen sind in den Straßen Seouls unterwegs, und sie tragen Gesichtsmasken.

Doch die Geschäfte sind weiter geöffnet, das lokale Epizentrum Daegu wurde nicht abgeriegelt, die Einreise bleibt unter strengen Quarantäneauflagen möglich. Das öffentliche Leben ist nicht durch politische Weisung stillgelegt.