Das Virus bedroht die Alten: Nur geschützte Pfleger sind sichere Pfleger

Published 29/03/2020 in Inland, Politik

Das Virus bedroht die Alten: Nur geschützte Pfleger sind sichere Pfleger
In der Pflege gibt es kein Homeoffice.

Bis vor einigen Tagen konnte man vereinzelt noch die giftigen Warnungen vernehmen. In der Corona-Krise herrsche Hysterie, tönten manche. Man solle statt der Bürger vielmehr die (angeblichen) Panikmacher isolieren, hieß es zynisch.

Inzwischen tritt immer deutlicher zutage, worauf Fachleute schon von Anfang an hingewiesen haben: Den Preis der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zahlen weniger die Jungen und bislang Gesunden, sondern jene, die alt sind und schon anderweitig krank. Sie trifft das Virus mit voller Wucht, wie man es bereits in Würzburg und Wolfsburg beobachten konnte. Dort starben in zwei Pflegeheimen binnen weniger Tage mehr als zwei Dutzend alte Menschen, die sich mit Corona infiziert hatten.

Pflegebedürftige sind darauf angewiesen, dass andere ihnen durch den Tag helfen- dass jemand sie anzieht, wäscht, ihnen Medikamente gibt. Zwar sind sie von vornherein auf gewisse Weise von der Außenwelt abgeschnitten. Doch durch den notwendigen Kontakt mit Pflegern können sich die Alten und Kranken nicht so weit von allen anderen isolieren, wie ein gesunder Mensch es vermag.

Viele Heime und Pflegedienste rufen dieser Tage laut um Hilfe, weil ihnen bald die Atemschutzmasken und das Desinfektionsmittel ausgehen. Das hat nicht nur zur Folge, dass Pfleger selbst ihre Gesundheit riskieren müss(t)en, um noch ihren Job machen zu können. Es setzt auch die Pflegebedürftigen dem Risiko einer Infektion aus – die möglichen Folgen sind bekannt. In diesem Engpass spiegelt sich die gegenwärtig wohl größte Dramatik der an dramatischen Episoden nicht armen Corona-Krise.

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