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In Saint-Fons erwägen die Wahlhelfer, wegen „fahrlässiger Körperverletzung“ Anzeige gegen die Regierung zu erstatten. In Marseille hat der Kandidat der grünen Partei EELV, Hervé Menchon, einen Antrag bei der Gesundheitsbehörde gestellt, damit die 4.000 Wahlhelfer prioritär getestet werden. Menchon sagte: „Wir haben die freiwilligen Helfer eingesetzt und ihnen gesagt, sie würden die Werte der Demokratie verteidigen. Jetzt verlangt es der Anstand, dass wir ihnen zumindest Tests beschaffen.“
Eine Antwort der Gesundheitsbehörde stehe bislang noch aus, teilte Menchon mit. Die Kritik kommt in Marseille auch aus der Jugendorganisation der Regierungspartei La République en marche. Die 21 Jahre alte Annabel Berard von „Die Jugend mit Macron“, die positiv getestet wurde, erhebt schwere Vorwürfe: „Der Präsident hätte entschlossener sein und die Wahl annullieren müssen.“
Untersuchungskommission soll Versäumnisse prüfen
Macron hatte sich auf den Widerstand des rechtsbürgerlichen Senatspräsidenten Gérard Larcher (LR) berufen, der sich dagegen ausgesprochen hatte, die Kommunalwahlen zu verschieben. Jetzt plant die rechtsbürgerliche Partei, das Vorgehen durch eine parlamentarische Untersuchungskommission prüfen zu lassen, sobald die Krise vorüber ist. Es gehe darum, eventuelle Versäumnisse der Regierung offenzulegen, sagte der LR-Fraktionschef im Senat, Bruno Retailleau. Gesundheitsministerin Agnès Buzyn behauptete, sie habe den Premierminister schon im Januar vor einem „Tsunami“ gewarnt, der auf Frankreich zukomme.
Sie habe dem Regierungschef gesagt, dass die Kommunalwahlen nicht stattfinden könnten, sagte Buzyn. Beim Hohen Justizhof, einem Sondergericht für Regierungsmitglieder, sind bereits fünf Klagen eingegangen. Ein Ausschuss des Sondergerichts muss entscheiden, ob diese Klagen zulässig sind.

