Krisen-Geldpolitik: Die Stunde der Zentralbanken

Published 18/03/2020 in Wirtschaft

Krisen-Geldpolitik: Die Stunde der Zentralbanken
Was macht nun die EZB?

Andrew Bailey ist erst seit drei Tagen im Amt des Gouverneurs der Bank of England. Aber schon hat sich Bailey zu der dramatischen Äußerung veranlasst gesehen, die britische Zentralbank werde so viel Geld wie nötig in die Finanzmärkte pumpen. Zuvor war am Devisenmarkt das britische Pfund gegenüber dem Dollar auf seinen niedrigsten Stand seit dem Jahre 1985 gefallen.

Die kräftige Abwertung ist unter anderem das Ergebnis von Zweifeln am Umgang der britischen Regierung mit der Krise. In den Vereinigten Staaten bemüht sich die dortige Zentralbank verzweifelt, Kreditnehmern aus dem In- und Ausland den dringend benötigten Zugang zu Dollarbeträgen offen zu halten. Zuletzt hat die Zentralbank ihre Bereitschaft angekündigt, für bis zu eine Billion Dollar Schuldpapiere von Unternehmen zu erwerben.

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In der Eurozone haben am Mittwoch erst Gerüchte über umfangreiche Käufe italienischer Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank einen kräftigen Anstieg der Renditen von Staatsanleihen gebremst. Hinter den Kulissen wird in den Hauptstädten, in Brüssel und in Frankfurt an Wegen gearbeitet, wie die Europäische Zentralbank in einer Situation wachsender Zweifel an der Fähigkeit einer Reihe von Staaten, die finanziellen Belastungen der Corona-Krise auf die Dauer zu schultern, die Märkte für Staatsanleihen funktionsfähig halten kann.

Die derzeit größte ökonomische Gefahr ist eine Ausweitung der unvermeidlichen Wirtschaftskrise, die sich in einer wohl nicht nur milden Rezession äußern dürfte, in eine internationale Finanzkrise. Deshalb sind in diesen Tagen die Zentralbanken gefragt, die schneller als jede andere Institution Geld bereitstellen können, um das Finanzsystem liquide zu halten.

Das ist eine vorübergehend notwendige Politik. Aber die Zentralbanken wären völlig überfordert, wollten sie im Alleingang die ganze Wirtschaft aus der Krise führen. Hier sind vor allem die Regierungen gefragt. Je besser die Politik auf die Herausforderungen für die Gesundheit der Menschen reagiert, desto geringer werden die wirtschaftlichen Belastungen ausfallen.

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