
Das Coronavirus fördert manche Gewissheit wieder zutage, die in Vorkrisenzeiten irgendwann verschüttgegangen war. Zum Beispiel die, dass in einer Gesellschaft eine Unmenge von Menschen jeden Tag ihren bescheidenen Teil dazu beiträgt, dass unzählige Abläufe wie selbstverständlich ineinandergreifen.
In diesen schwierigen Zeiten wird deutlich, dass dazu nicht nur Politiker, Netzwerkspezialisten oder Ärzte gehören. Sondern auch viele Beschäftigte in Berufen, die gerne mal als „einfach“ tituliert werden, deren Bezahlung meist bescheiden ausfällt und nicht selten nur knapp über dem Mindestlohn rangiert.
Es geht etwa um die Pflegekraft, die ihre Patienten selbstverständlich auch während einer Pandemie intensiv betreut, das Supermarktpersonal, das die Regale weiterhin einräumt und die Kundennähe aushält, und den Lastwagenfahrer, der stundenlang an der Grenze ausharrt, damit überhaupt die nötigen Güter ins Land kommen.
Dass jeder ihrer Arbeitgeber in der Lage sein wird, einen Corona-Bonus zu zahlen, wie dies Verbraucherministerin Klöckner vorschlägt, muss leider bezweifelt werden. Doch wie wäre es beim nächsten Mal einfach mit etwas mehr Respekt, wenn die Lieblingsnudeln mal nicht zu haben sind oder der Termin ein bisschen dauert? Das kostet wenig und zählt viel. Auch nach Corona.
