Technologie-Investor Softbank: Lob dem Spekulanten

Published 13/03/2020 in Unternehmen, Wirtschaft

Technologie-Investor Softbank: Lob dem Spekulanten
Der Softbank-Chef Masayoshi Son

Was sollen Anleger und Investoren machen, wenn die Aktienkurse in der Coronaviruskrise fallen? Abwarten und Tee trinken? Japans Softbank Group, der global größte Technologie-Investor, hat am Freitag nicht nur zugesehen, sondern gehandelt und einen Aktienrückkauf im Wert von 500 Milliarden Yen (4,2 Milliarden Euro) angekündigt. Das riecht danach, als ob da jemand eine Krise zum eigenen Vorteil ausnutzen wolle.

Der Vorwurf des opportunistischen Krisengewinnlers ist nicht weit. Tatsächlich sucht Softbank in der Krise seinen eigenen Vorteil – und das ist gut so. Das Bemühen, zu niedrigen Kursen zu kaufen, signalisiert anderen Investoren, dass zumindest manche die Kurse für unterbewertet halten. Die Spekulation wirkt so dem Kursverfall entgegen und stabilisiert den Markt. Moralisch anrüchig ist das nicht, man muss die Spekulanten vielmehr loben.

Für Softbank ging es am Freitag dennoch nicht gut aus. Der Kurs sank um 5 Prozent und endete kaum besser als der Markt. Das ist keine gerechte Strafe für einen Krisengewinnler. Es zeigt nur, wie sehr nach den Debakeln um Uber und Wework das Vertrauen in Softbank-Gründer Masayoshi Son angeschlagen ist, dass seine maßlos scheinenden Wetten auf angebliche Technologieunternehmen aufgehen.

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