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Wolfgang Bosbach: Ein seltsamer Kredit

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Sportreporter Werner Hansch und Wolfgang Bosbach (CDU) beim 12.Steiger Award in der Zeche Hansemann in Dortmund

Die Bosbach-Kommission der nordrhein-westfälischen Landesregierung hat eine staatstragende Aufgabe. Seit Ende 2017 befasst sich das Gremium, dem 16 Fachleute wie der frühere Präsident des Bundesnachrichtendiensts Hansjörg Geiger, der Kriminologe Rudolf Egg, oder der Londoner Terrorforscher Peter R. Neumann angehören, mit nichts weniger als einer Generalrevision der gesamten nordrhein-westfälischen Sicherheitsarchitektur.

In wenigen Wochen will die Regierungskommission Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ihren vermutlich mehr als 100 Seiten starken Bericht vorlegen. Doch wenn das Gremium an diesem Dienstag zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt, wird es sich erst einmal mit einer boulevardesken Posse ihres Vorsitzenden befassen: Mehrere Mitglieder erwarten von Wolfgang Bosbach (CDU) Auskunft über den merkwürdigen Privatkredit, den er seinem Talkshow-Bekannten Werner Hansch gewährte.

Nach allem, was bisher bekannt ist, bat der Fußballkommentator Hansch den Politiker Bosbach Ende 2018 nach einer gemeinsamen Veranstaltung in Schwäbisch Gmünd dringend um Geld. Hansch, der mittlerweile 81 Jahre alt ist und reiferen Fußballfans noch als sonore „Stimme des Ruhrgebiets“ bekannt ist, soll behauptet haben, am Vortag einen Autounfall unter Alkoholeinfluss verursacht zu haben. Das wolle der Unfallgegner ausnutzen, der 20.000 Euro von ihm verlange. Im Gegenzug bleibe die Polizei außen vor. Bosbach hatte Mitleid und überwies seinem Bekannten ein zinsloses Darlehen über 5000 Euro. Weil Hansch auch weit nach Rückzahlungsfrist lediglich 2500 Euro zurückgezahlt hatte, zeigte ihn Bosbach im Oktober wegen Betrugs an. Bosbach, der erst seit einigen Tagen wieder im Besitz der Gesamtsumme ist, vermutet, dass es den Unfall nie gegeben hat.