
Der Papst hat den Erzbischof von Manila mit einem wichtigen Amt im Vatikan betraut. Das hat Spekulationen genährt, er wolle einen Nachfolger installieren.
Das Papsttum ist eine Wahlmonarchie. Der Papst wird von den Kardinälen gewählt. Dass er selbst seinen Nachfolger bestimmt, ist nicht vorgesehen. Dennoch ist es immer wieder vorgekommen, dass ein Papst seinen persönlichen Favoriten in eine herausgehobene Position brachte, damit dieser sich profilieren kann. So kann man auch die jüngste Personalentscheidung von Franziskus lesen: Der Papst ernannte den Erzbischof von Manila, Luis Antonio Kardinal Tagle, zum Präfekten der vatikanischen „Kongregation für die Evangelisierung der Völker“.
Der 62 Jahre alte Tagle wird seit längerem als möglicher Nachfolger von Franziskus gehandelt, der am kommenden Dienstag 83 Jahre alt wird. Schon vor dem Konklave 2013, an dem Tagle als zweitjüngster Kardinal teilnahm, galt er als „papabile“, das heißt als möglicher Kandidat für die Nachfolge von Benedikt XVI. Im Pontifikat von Franziskus avancierte Tagle dann endgültig zu einem der profiliertesten Kardinäle. Seit 2015 ist er Präsident von Caritas Internationalis, dem Dachverband von 165 nationalen katholischen Wohlfahrtsverbänden.
