
Ein Russe mordet mitten in Berlin, und die Spur führt nach Moskau. Die Hintermänner müssen vor allem eines befürchten: dass der Mann im Gefängnis auspackt.
Am 20. August traf Selimchan Changoschwili seine Schwester auf dem Berliner Alexanderplatz zum Eisessen. Es war ein Dienstag. Am Freitag wollten sie sich wiedersehen. Doch an diesem Tag wurde Changoschwili auf dem Weg zur Moschee in Moabit mit zwei Schüssen in den Kopf getötet. Am helllichten Tag, mitten in der Hauptstadt, in Rufweite zum Bundesinnenministerium. Der Täter, ein Russe, wurde gefasst, doch über sein Motiv und die Hintermänner schweigt er bislang.
Diese Woche übernahm der Generalbundesanwalt die Ermittlungen, denn er sieht genügend Anhaltspunkte dafür, dass der Mörder „im Auftrag von staatlichen Stellen der Russischen Föderation“ handelte. Die Bundesregierung hat zwei russische Diplomaten des Landes verwiesen, „weil wir nicht gesehen haben, dass Russland uns bei der Aufklärung dieses Mordes unterstützt“, wie die Kanzlerin es ausdrückte.
