Autofreie Sonntage: Picknick mitten auf der Hauptstraße

Published 22/09/2019 in Gesellschaft, Menschen

Autofreie Sonntage: Picknick mitten auf der Hauptstraße
Autofrei bedeutet für Fahrräder auch: Fahrbahn frei. In Brüssel nutzten das etliche.

Paris macht’s zum fünften Mal, viele deutsche Städte jetzt auch. Unter anderem in Berlin, Dresden und Stuttgart hieß es am Sonntag für die Autofahrer: Kürzer treten. Vorfahrt hatten auf bestimmten Straßen Fahrräder und Fußgänger.

In mehreren deutschen Städten haben sich die Einwohner an einem „Autofreien Sonntag“ beteiligt. In der Hauptstadt etwa sorgte der Aktionstag für einen Fahrgastschub in Bussen und Bahnen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) berichteten auf Nachfrage von erkennbar mehr Fahrgästen. Vielerorts seien die Busfahrer auch besser durchgekommen, weil weniger auf den Straßen los gewesen sei. Vor allem auf den Strecken raus ins Grüne und zu Ausflugszielen seien die Busse und Bahnen gut gefüllt gewesen, sagte ein Sprecher. BVG-Fahrgäste durften am Sonntag ein Einzel- als Tagesticket nutzen.

Aktionen gab es unter anderem auch in Stuttgart. Auf der zentralen Theodor-Heuss-Straße wurde der erste autofreie Sonntag in der baden-württembergischen Landeshauptstadt mit tausenden Besuchern begangen. Das Motto lautete „Theo – autofrei“. Laut Polizei kam es nicht zu nennenswerten Verkehrsbehinderungen und die Veranstaltungen verliefen friedlich. An der Aktion haben sich rund 30 Partner beteiligt, darunter der Blinden- und Sehbehindertenverband Baden-Württemberg, die Deutsche Umwelt-Aktion und das Polizeipräsidium Stuttgart.

In Dresden wurde das Terrassenufer, eine äußerst belebte Straße, für Autos gesperrt. Umweltfreundliche Gefährten sollten die Straße unterhalb der Dresdner Altstadt dominieren. Die sächsische Landeshauptstadt hatte dazu auch zu einem Wettbewerb aufgerufen, um die schönsten und ausgefallensten Kleinstfahrzeuge zu küren. Sie müssen entweder von Muskelkraft oder mit einem Elektroantrieb bewegt werden. Zugelassen sind Fahrrad, Rollstuhl, E-Scooter, Tretroller, Dreirad, Kinderfahrrad, Laufrad, Pedelec, Lastenrad oder Tandems.

Auch in anderen europäischen Städten engagierten sich Bürger an dem Aktionstag. Auf der Rue de la Loi, einer Hauptstraße mitten im EU-Viertel der belgischen Hauptstadt, kamen rund 800 Menschen an einer langen Tafel zum Frühstück zusammen, wie die Nachrichtenagentur Belga meldete. Auf anderen Straßen gab es große Flohmärkte oder entspannte Fahrradfahrer waren unterwegs. Auch der belgische König Philippe nutzte den Tag für eine Radtour mit der Familie, wie der Palast auf Twitter schrieb.

In Paris begingen die Bewohner sogar zum fünften Mal an einem Sonntag die „autofreie Stadt“. Im Bereich der Innenstadt waren keine Autos erlaubt, Ausnahmen galten für Rettungskräfte, Busse, Taxis und Anwohner. Auf Bildern sind freie Straßen genauso zu sehen wie solche, die von etlichen Fahrradfahrern in Beschlag genommen werden. Sie hatten freie Fahrt.

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