
An Amerikas Ostküste tauchen wieder Weiße Haie auf. Das macht das Strandleben gefährlich, aber beflügelt das Tourismusgeschäft – denn Urlauber wollen den gigantischen Kreaturen ganz nahe kommen.
Amerikas Ostküste ist um eine gruselige Attraktion reicher. Die Halbinsel Cape Cod hat es zum neusten „Hai-Hotspot“ gebracht, an der Küste nahe Boston tauchen neuerdings vermehrt Weiße Haie auf. Vorigen Sommer hat das gefährliche Tier ein erstes Todesopfer, einen Surfer, gefordert. Die Touristen schreckt das nicht ab, im Gegenteil: An den Ständen, wo Steven Spielberg schon 1975 seinen Kino-Schocker „Der Weiße Hai“ gedreht hat, entwickelt sich der Raubfisch nun zum lukrativen Geschäft für den Fremdenverkehr.
Nichts an Cape Cod, unter Deutschen als das „Sylt Amerikas“ abgespeichert, kündet von Furcht und Schrecken. Holzgetäfelte Villen inmitten parkähnlicher Gärten reihen sich aneinander, an mindestens jeder zweiten weht die amerikanische Flagge, Kinderspielzeug liegt herum. Im Zentrum der Orte wechseln sich Hummer-Restaurants mit Burger-Bars ab, dazwischen werben Deko-Läden, Outdoor-Shops und Boutiquen um die solvente Kundschaft. An den Zugängen zu den Stränden allerdings warnen große Tafeln vor Hai-Attacken, auf der Düne flattert die Fahne, die andernorts vor Stürmen gehisst wird: Hier ist der Hai die Gefahr. Und gleichzeitig ein Markenzeichen, mit dem sich herrlich Geld verdienen lässt.
