Leib & Seele

Was aus dem Rauchen wurde: Die Erotik ist verbrannt

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Im Jahr 1962: Schauspielerin Catherine Deneuve mit Zigarette.

Was früher mit Exzessen, Erotik und Hingabe in Verbindung gebracht wurde, ist heute ungesund, stinkt und verfärbt die Zähne: Rauchen! Man kann das betrauern – oder das Positive sehen.

Mehr als zehn Jahre ist es nun her, dass Rauchverbote in Deutschland immer mehr um sich griffen: kein Rauchen mehr im Zug, an Bahnhöfen nur noch innerhalb markierter Zonen, am Flughafen ausschließlich in den dafür vorgesehenen Glaskästen. Besonders in den Redaktionsstuben machten sich damals Verlustängste breit, die von extremen Entzugserscheinungen kaum noch zu unterscheiden waren. Der besseren Gesundheit auf der Habenseite des Lebens schienen nun zwei mindestens ebenso gewichtige Güter auf der Sollseite gegenüberzustehen: die Freiheit und die Erotik. Beides schien, um ein damals unter Journalisten beliebtes Wortspiel zu bemühen, auf der Kippe zu stehen.

Mit der Freiheit wollen wir uns hier nicht lange aufhalten, darüber hat schon Joachim Gauck zu viel gesagt und geschrieben. Interessanter ist ohnehin die Erotik, in unserem Fall: die des Rauchens. Der Autor dieser Zeilen, einst selbst engagierter Raucher und heute nostalgischer Abstinenzler, schrieb darüber vor 13 Jahren am Beispiel von Sharon Stone in dem Film „Basic Instinct“, sie verliere beim Zug an der Zigarette nichts von ihrem Geheimnis – und offenbare sich zugleich als eine Frau unkontrollierbarer Gelüste.