Elektroauto von Honda: Strom für die Stadtelite

Published 15/06/2019 in Motor, Technik & Motor

Elektroauto von Honda: Strom für die Stadtelite
Ganz schön und teuer: Der Honda e bei der Präsentation in München.

Das erste Elektroauto von Honda kommt Anfang 2020. Es hat verdeckte Griffe, keinen Außenspiegel, kein Armaturenbrett – und wird dafür teuer.

Honda stellt zurzeit in Deutschland sein erstes Elektroauto für den europäischen Markt als Prototyp vor. Die Serienversion des 3,90 Meter langen, viertürigen Kleinwagens, der schlicht „e“ heißen wird, debütiert auf der Frankfurter IAA im September, im Frühjahr 2020 sollen die ersten Fahrzeuge zu den Kunden rollen. Der e basiert auf einer neuen, eigens für den Elektroantrieb ausgelegten Plattform und verfügt über Hinterradantrieb. Mit den technischen Details hält sich Honda noch bedeckt und verrät nur, dass der Elektromotor des Viersitzers mehr als 100 PS leisten und ein Drehmoment von mehr als 300 Newtonmeter bieten soll. Dynamische Fahrleistungen und ein Wendekreis von unter neun Metern werden versprochen.

Honda sieht die Zukunft batterieelektrisch angetriebener Autos nur im urbanen Umfeld. Deshalb habe man sich für ein ultrakompaktes Auto mit einer, im Vergleich zu E-Mobilen anderer Hersteller relativ geringen, Reichweite von rund 200 Kilometern entschieden. Die Kapazität der unterflur eingebauten Batterien beträgt 36 kWh, der Stromverbrauch wird mit 18 bis 20 kWh je 100 Kilometer angegeben. Der Honda e will designorientierte junge und junggebliebene Stadtmenschen ansprechen. Die sollten über das nötige Kleingeld verfügen, denn die Preise, obgleich noch nicht festgelegt, werden wohl nicht unter üppigen 35.000 Euro beginnen.

Mit puristischem Design im Retro-Stil zitiert der rund 1,5 Tonnen schwere Stadtwagen die erste Civic-Generation von 1972. Auffällig sind die bündig mit der Karosserie abschließenden, ausfahrbaren Türgriffe in den vorderen Türen- das sieht nicht nur schick aus, sondern verbessert zudem die Aerodynamik. Auch Außenspiegel sucht man vergebens. Stattdessen arbeitet der e serienmäßig mit zwei hochauflösenden Kameras, die ihre Bilder in Echtzeit auf zwei Sechs-Zoll-Bildschirme im Innenraum übertragen. Mit einer Weitwinkelansicht kann der Fahrer sein Sichtfeld deutlich erweitern und tote Winkel um bis zu 50 Prozent reduzieren.

Auch im Interieur geht Honda neue Wege. Das Armaturenbrett wird durch drei horizontal angeordnete, volldigitale Bildschirme ersetzt, die zusammen mit den beiden rechts und links davon plazierten Monitoren für die Kamerabilder die gesamte Fahrzeugbreite einnehmen. Gedämpfte Farben, Holzoptik-Einlagen vor dem Zweispeichenlenkrad und in der Mittelkonsole sowie Stoffe aus der Möbelindustrie sorgen für eine wohnliche Lounge-Atmosphäre. Fahrer und Beifahrer haben auf bequemen Sitzen ausreichend Platz, dahinter geht es, auch nach oben hin, enger zu, wie eine erste Sitzprobe zeigt. Zum Kofferraumvolumen macht Honda noch keine Angaben. Die Lehne der einteiligen Rückbank kann aber nach vorn geklappt werden, es entsteht eine ebene Fläche, die für den Wochenendeinkauf ausreichen dürfte. Neben einem 12-Volt-Stromanschluss hält der e unterhalb des virtuellen Cockpits auch eine 230-Volt-Haushaltssteckdose bereit.

Aufgeladen wird Hondas erstes Elektroauto über eine in der Fronthaube plazierte Ladebuchse. Per Schnellladung sollen sich die Akkus in einer halben Stunde zu 80 Prozent füllen lassen, an der Haushaltssteckdose dauert der Vorgang bis 100 Prozent acht bis zehn Stunden. Rund 5000 Exemplare sind im nächsten Jahr für den Verkauf in Europa vorgesehen, davon allein 1500 für Deutschland.

Mit dem e verleiht Honda seiner Elektromobilitätsstrategie einen Schub. Die nächste Generation des Kleinwagens Jazz kommt im Jahr 2020 mit dem gleichen Hybridsystem, das schon im heutigen Honda CR-V Hybrid eingesetzt wird. Bis zum Jahr 2025 sollen alle in Europa neu verkauften Modelle von Honda mit einem elektrifizierten Antrieb ausgestattet sein.

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