Renault Zoé: Auch ein stilles Starlet möchte weiterkommen

Published 19/06/2019 in Motor, Technik & Motor

Renault Zoé: Auch ein stilles Starlet möchte weiterkommen
Renault hat im vergangenen Jahr knapp 40.000 Zoé verkauft.

Renault frischt sein Elektroauto Zoé in Aussehen und Antrieb auf. Künftig soll es eine Normreichweite von 390 Kilometer schaffen.

Während Audi E-Tron, Porsche Taycan oder Mercedes-Benz EQC die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, fährt Renault schon seit dem Jahr 2013 still und leise Erfahrungen und Erfolge mit seinem Elektroauto Zoé ein. Riesig sind, obgleich das meistverkaufte in Europa, dessen Absatzzahlen nicht, aber im vergangenen Jahr sind immerhin knapp 40 000 Zoé verkauft worden. Und im laufenden sollen es gut 55 000 werden.

Weil die Zeit nicht stehenbleibt, selbst wenn man ihr voraus ist, ruft Renault freilich zum Herbst einen zweiten Frühling aus. Der kleine Wagen mit der großen Reichweite, jedenfalls nach Maßstäben der Elektroautowelt, bekommt eine umfangreiche Auffrischung. Die betrifft Auftritt und Antriebsstrang, der in seinen Abmessungen unveränderte Zoé sieht fortan feiner aus und fährt weiter.

Der Fortschritt in der Batterie- und Steuerungstechnik manifestiert sich in zehn Prozent mehr Gewicht für 25 Prozent mehr Reichweite. Das Akkupaket wiegt nun 326 Kilogramm, aus seinen 52 kWh kann sich der Wagen 390 Kilometer lang versorgen. Dieser Wert ist nach der alltagsnäheren Norm WLTP ermittelt. Es gibt auch noch eine, die sich WLTP-City nennt, dann fährt der Normierer viel in der Stadt und wenig auf der Autobahn, es kommen mehr als 400 Kilometer heraus, ach, die Welt wird nicht einfacher. Sicher können wir sagen, dass wir mit dem heutigen Modell fast 300 Kilometer erreicht haben, die wird das neue also bestimmt schaffen. Welchen Einfluss das Wetter auf die Reichweite hat, machen die Franzosen mit ihren Angaben deutlich. Die 390 Kilometer gelten im Sommer, im Winter sind es 250 Kilometer. Aufgefüllt kann am Schnelllader mit bis zu 50 kW Gleichstrom werden oder am häufiger vorhandenen Wechselstrom in verschiedenen Geschwindigkeiten. Die arg empfehlenswerte Wallbox schafft eine volle Ladung über Nacht, die Haushaltssteckdose braucht spaßbremsende 25 Stunden.

Es gibt zwei Leistungsstufen, 108 und 135 PS. Das höchste Drehmoment beträgt 225 respektive 245 Nm. Bei 135 oder 140 km/h wird abgeregelt. Für Verzögerungen jenseits der Rekuperation sind künftig vier Scheibenbremsen zuständig. Neun Lackierungen stehen zur Wahl. Innen zieht das Interieur aus dem Clio ein, jeweils in seiner futuristischsten Form. Am Armaturenbrett kommt eine Art Textilstoff aus recyceltem Material zum Einsatz sowie ein bisschen Chromzierrat. Alle Versionen informieren mittels digitalem Cockpit, der mittlere Bildschirm ist in zwei Größen erhältlich. Die neue Mittelkonsole mit Ablagefach und knuffigem Schalthebel ist ein Gewinn. Es bleibt indessen bei der hohen Sitzposition, die ergonomisch nicht besonders ausgefeilt wirkt, und die hintere Bank ist nach wie vor ein unbequemer Ort.

Der Preis ist noch offen, derzeit beginnt die Liste bei 21 900 Euro zuzüglich Batteriemiete von mindestens 59 Euro im Monat. Das Dilemma der Elektromobilität löst also auch Renault nicht: Es gibt relativ wenig Auto für relativ viel Geld. Immerhin fährt der Zoé an der Spitze dieser Spezies.

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