Ausland

Flüchtlingstragödie: Mutter des ertrunkenen Kindes zurück in El Salvador

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Rückkehr nach Verlust von Ehemann und Tochter: Tania Vanessa Avalos nach ihrer Ankunft in El Salvador.

Das Bild des toten Vaters und seiner ebenfalls im Grenzfluss Rio Grande ertrunkenen kleinen Tochter ging um die Welt. Nun ist die Witwe und junge Mutter zurück in ihrer Heimat El Salvador.

Ein Foto der leblosen Körper eines kleinen Mädchens und seines Vaters an der amerikanisch-mexikanischen Grenze hatte weltweit für Entsetzen gesorgt – nun ist die Mutter des Kindes in ihr Heimatland El Salvador zurückgekehrt. Der Vizeminister für Salvadorianer im Ausland, Mauricio Cabrera, begrüßte die 21 Jahre alte Tania Vanessa Avalosam am Flughafen der Hauptstadt San Salvador. Die dreiköpfige Familie hatte versucht, gemeinsam über Mexiko in die Vereinigten Staaten zu gelangen.

Cabrera rief am Flughafen seine Landsleute dazu auf, nicht illegal zu emigrieren und dabei ihre Leben aufs Spiel zu setzen, wie das Präsidialamt auf Twitter mitteilte. Der Präsident des mittelamerikanischen Landes, Nayib Bukele, hatte der Familie finanzielle Unterstützung sowie die Bezahlung des Transports der Leichen zugesagt.

Ein Foto des 25 Jahre alten Mannes und seiner 23 Monate alten Tochter war in den vergangenen Tagen weltweit verbreitet worden. Darauf ist zu sehen, wie sie mit dem Gesicht nach unten im flachen Wasser am Ufer des Grenzflusses Río Grande liegen. Das T-Shirt des Mannes hält beide zusammen, das Arm des Kindes liegt um den Hals des Vaters.

Medienberichten zufolge waren sie bei dem Versuch ertrunken, den Fluss zu durchqueren, um von der mexikanischen Grenzstadt Matamoros in den Bundesstaat Texas zu gelangen. Die junge Frau hatte das demnach mit ansehen müssen. Die Familie war den Angaben zufolge wegen Armut und Perspektivlosigkeit aus El Salvador ausgewandert.

Zehntausende Migranten aus Mittelamerika fliehen jeden Monat vor Gewalt und Armut in ihren Heimatländern und versuchen, über Mexiko in die USA zu gelangen. Nach Zahlen der Vereinten Nationen starben im vergangenen Jahr 442 Migranten an der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten. In diesem Jahr sind es demnach bislang 175 Migranten, darunter 13 Kinder.